In memoriam Enver Şimşek (1961-2000)

Am 09.09.2000 wurde der Blumenhändler Enver Şimşek in Nürnberg erschossen. Bis April 2007 ermordete die rechtsextreme Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) sieben weitere Männer mit türkischen Wurzeln, einen griechischstämmigen Mann sowie eine deutsche Polizistin.

Die Ermittlungen wurden zunächst ausschließlich im Umfeld der nicht-deutschen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und organisierte Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wurden so ein weiteres Mal zu Opfern, diesmal von vorurteilsvoller Stigmatisierung. Nach einem gescheiterten Bankraub führte die Spur schließlich zum NSU.

Das Scheitern von Ermittlern und Justiz beleuchtet die türkischstämmige Regisseurin Aysun Bademsoy in ihrem Dokumentarfilm „Spuren – Die Opfer des NSU“. Sie gibt den Angehörigen der Opfer endlich eine Stimme – so auch Adile und Semiya Şimşek, Witwe und Tochter des ersten Opfers Enver Şimşek.

Hier kann Bademsoys vielschichtiger Film gestreamt werden.

Spuren – Die Opfer des NSU