Der Boden unter den Füßen

ein Film von Marie Kreutzer

Österreich 2019, 108 Minuten, deutsche Originalfassung

FSK 12

mit Valerie Pachner, Pia Hierzegger, Mavie Hörbiger u.a.

Der Boden unter den Füßen

Lola ist Ende 20, Unternehmensberaterin und scheint die Anforderungen, die der Job an sie stellt, nahezu mühelos zu meistern. Sie ist ständig unterwegs zwischen Wien, wo sie in einer teuren und steril eingerichteten Wohnung kaum mehr als die Post holt und die Wäsche wechselt, und den Unternehmen, die sie gerade umstrukturiert. Ein Leben, das aus langen Tagen im Büro, teuren Restaurants und kurzen Nächten in anonymen Hotelzimmern besteht. Ihr Privatleben scheint Lola ähnlich fest im Griff zu haben wie ihr ehrgeiziges Berufsleben. Die Beziehung zu ihrer Teamleiterin Elise hält sie geheim und von der Existenz ihrer älteren Schwester Conny, die an Schizophrenie leidet, weiß niemand etwas. Doch als Lola die Nachricht bekommt, dass Conny einen Suizidversuch nur knapp überlebt hat, drohen all ihre Geheimnisse ans Licht zu kommen. Lola versucht, das Beste für ihre Schwester zu tun, ohne dabei alles zu riskieren, wofür sie so hart gearbeitet hat. Und droht dabei selbst den Boden unter den Füßen zu verlieren.

In ihrem neuen Film erzählt die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer („Die Vaterlosen“, „Was hat uns bloß so ruiniert“) die Geschichte einer jungen Frau, der in der Begegnung mit ihrer psychisch kranken Schwester nach und nach die Kontrolle über ihr eigenes streng strukturiertes Leben entgleitet. In den Hauptrollen glänzen Valerie Pachner („Egon Schiele: Tod und Mädchen“), Pia Hierzegger („Wilde Maus“) und Mavie Hörbiger („Sommerhäuser“).

Trailer

Interview
Marie Kreuzer über ihren Film

Was inspirierte Sie dazu, den Film Der Boden unter den Füssen in der Welt der Unternehmensberatung anzusiedeln, und wie haben Sie in der Vorbereitungsphase diese Welt recherchiert?
Der Beruf des Unternehmensberaters interessiert mich schon seit langem. Meine Stiefschwester hat in ihren Zwanzigern bei einer Unternehmensberatung gearbeitet, und ich habe 2004 einen kurzen Dokumentarfilm über sie gedreht. Es war nicht ganz einfach, denn alles, was ihre Arbeit betraf, war vertraulich, und es war nicht möglich, ihre „Arbeitswelt“ direkt zu filmen. Ich glaube, ich habe schon damals über eine fiktive Story in diesem Setting nachgedacht, hatte aber noch nicht die zündende Idee. Vielleicht ist es Zufall, aber ich habe 2004 beruflich selbst eine schwierige Zeit durchgemacht, ich war sehr erschöpft und deprimiert, ohne dass ich damals die Ursachen dafür hätte benennen können. Rückblickend glaube ich, dass das Thema des Films, jederzeit funktionieren und voll auf der Höhe sein zu müssen, mehr mit mir zu tun hatte und hat, als mir bewusst war.
Ich hatte die Gelegenheit, mit mehreren ehemaligen Unternehmensberatern über das Drehbuch zu sprechen. Drei von ihnen haben das Drehbuch in verschiedenen Phasen gelesen. Ihre Rückmeldungen kamen schnell und punktgenau, sie waren sehr hilfreich. Obwohl sie nicht mehr als Unternehmensberater arbeiteten, hatten die Jahre, in denen sie extrem effizient sein mussten, an ihnen ihre Spuren hinterlassen, die sich in der Art niederschlugen, wie sie mit mir redeten und arbeiteten. Manchmal habe ich durch die Art, wie sie ihre Worte wählten, mehr über die Welt, in der sie gelebt hatten erfahren, als durch das, was sie sagten. Ich liebe an solchen Recherchen besonders die Details, den Tonfall, die Farben und die Beschaffenheit des jeweiligen Universums.
Natürlich sieht der Job eines Unternehmensberaters genau so aus, wie wir uns das vorstellen, aber man kann in dem, was man tut, nur wirklich gut sein, wenn man daran glaubt, und das hat mich interessiert. Die Leute, um die es hier geht, sind sehr intelligent und gut ausgebildet. Aber sie sind noch sehr jung und suchen einen Sinn in dem, was sie tun.
Ich glaube, die Welt der Unternehmensberatung ist nicht sehr weit von uns anderen entfernt. Ich muss zwar kein Kostüm tragen, wenn ich zur Arbeit gehe, aber es gibt auch Phasen in meinem Leben, in denen ich nicht einfach das Telefon ausschalten kann und in denen ich zwanzig Mails in der Stunde bekomme. Ich kann mir dann keine Schwäche erlauben, zumindest kommt es mir so vor. Wir alle sind die ganze Zeit im Laufschritt unterwegs. Es ist kein Wunder, dass viele von uns erschöpft sind und irgendeine Art von Behandlung oder Drogen brauchen, um mit den Erwartungen klarzukommen, die die Gesellschaft an uns stellt.
Nachdem er das Drehbuch gelesen hatte, sagte ein Psychiater zu mir: Conny ist nicht zu 100% krank, und die anderen nicht zu 100% gesund. Für mich ist das das Thema dieses Films: die Dunkelheit in uns allen.

Wie haben Sie Lolas Charakter entwickelt, diese Kombination von Härte und Verletzlichkeit?
Ich kann wenig darüber sagen, wie Lola „erschaffen“ wurde, denn sie war einfach da. Sie ist wie so viele Frauen, die ich gesehen habe, Frauen übrigens, die mich persönlich sehr irritieren. Wir alle bemühen uns die ganze Zeit, perfekt zu sein. Und die Frauen, die leugnen, dass es ein Kampf ist, sind diejenigen, die mich gleichzeitig irritieren und faszinieren.
Lola wurde unter anderem von Hitchcocks „Marnie“ (1964) inspiriert, ohne dass mir das bewusst war. Aber „Marnie“ tauchte wieder und wieder in der Arbeit am Drehbuch auf. Was beide Frauenfiguren miteinander gemein haben, ist ihre Unabhängigkeit, ihre Art zu leben, ohne sich auf irgendjemand zu verlassen, und ihre Weigerung, sich der eigenen Dunkelheit zu stellen. Beide sind vollkommen allein, deshalb sind diese Figuren so berührend und verletzlich, obwohl sie zugleich so „hart“ sind. Tatsächlich habe ich wegen „Marnie“ beschlossen, dass Lola blond sein soll.
Ich beurteile meine Figuren nicht, es wäre mir dann nicht mehr möglich, ihre Geschichten zu erzählen, aber ich verstehe Lola in jeder Minute des Films. Trotzdem war ich erschrocken, als ich gegen Ende der Montage des Films herausfand, wie viel von Lola in mir steckt! Zu der Zeit hatten die ersten Leute den Film gesehen und reagierten sehr, sehr unterschiedlich; das hat mich mit meiner Angst zu versagen und nicht gut genug zu sein konfrontiert – während ich mir zugleich vorgeworfen habe, zu wenig zu Hause zu sein, zu viel zu arbeiten und zu wenig ins Fitnessstudio zu gehen.
Lola kann Conny nicht retten. Lola muss sich selbst retten. Ich behaupte nicht, dass ihr das im Lauf des Films gelingt.

Sie haben zum ersten Mal mit Valerie Pachner gearbeitet. Brachte sie etwas besonderes mit, das die Rolle veränderte oder sich auf sie auswirkte?
Jede Schauspielerin und jeder Schauspieler bringt etwas Eigenes mit, und ein Film verändert sich mit der Besetzung jeder einzelnen Rolle. Mir gefiel an Valerie, dass sie absolut bodenständig wirkte, ganz anders als Lola. Sie ist ein warmer Mensch, und diesen Kontrast hatte ich gesucht. Bei Valerie gibt es keine Unsicherheit, zumindest keine, die mir aufgefallen wäre. Sie ist einfach „da“, und das ist nicht nur etwas, das einen Schauspieler oder eine Schauspielerin wirklich gut macht, es ist auch völlig anders als bei Lola, die mit den Gedanken nie am selben Ort ist wie mit den Füßen. Ich hatte wenig Arbeit mit Valerie! Manchmal habe ich mir sogar zwischen zwei Takes etwas ausgedacht, was ich ihr sagen konnte, weil sie so gut war, dass ich eigentlich keinen zweiten Take gebraucht hätte. Ich habe sie einen anderen Subtext oder ihre eigenen Ideen ausprobieren lassen, obwohl ich wusste, dass ich längst alles hatte, was ich brauchte.

Lolas Schwester Conny leidet an Schizophrenie. Wie haben Sie ihre Krankheit und die Welt der psychiatrischen Anstalten für den Film recherchiert?
Bei meiner Tante wurde mit Anfang zwanzig Schizophrenie diagnostiziert. Dadurch habe ich jahrzehntelang recherchiert, ohne es zu wissen! Als ich am Drehbuch gearbeitet habe, habe ich mit mehreren Psychiatern und Psychologen gesprochen und auch Zeit in psychiatrischen Anstalten verbracht. Nur Stunden, keine Wochen, das wäre für einen empfindlichen Menschen wie mich zu viel gewesen. Ich kenne keinen Ort, der derart unheimlich ist. Buchstäblich jeder, der den Flur entlang geht oder auf einem Stuhl sitzt und gerade zu Mittag isst, ist vollkommen unvorhersehbar. Das ist für mich beängstigend und faszinierend zugleich. Es ist komisch, einmal, als ich gefragt wurde, wie ich Charisma beschreiben würde, habe ich ebenfalls das Wort „unvorhersehbar“ benutzt.
Die Unvorhersehbarkeit war vielleicht das wichtigste an Conny. Und obwohl die Figur bereits als unvorhersehbare Person entworfen war, eine Person, die dich immer verunsichert, eine irritierende, launenhafte und zugleich beinahe zu selbstsichere Frau, musste ich Wege finden, sie während der Dreharbeiten noch weniger vorhersehbar zu machen, damit sie Valerie und die anderen Schauspieler wirklich irritiert.

Sehen Sie Der Boden unter den Füssen in einer Linie mit Ihrer vorherigen Arbeit, oder haben Sie mit diesem Film einen neuen Weg eingeschlagen?
Ich denke nicht strategisch. Ich tue das, was mich interessiert und was mich fesselt. Wie eine Unternehmensberaterin bin ich nur dann gut, wenn ich an das glaube, was ich tue. Ich mache mir keine Gedanken über Genres, und es gibt keinen Masterplan für ein Œuvre!
Das erste Treatment von DER BODEN NTER DEN FÜSSEN wurde schon zwischen meinem ersten und zweiten Filmfeature geschrieben, es hat dann nur noch ein wenig gedauert. Es kommt mir nicht so vor, als hätte ich einen neuen Weg eingeschlagen. Ich habe so gearbeitet wie immer und bin überrascht, dass die Leute den Film so anders finden als meine anderen Filme.
Ich liebe meine Figuren und ich liebe meine Schauspieler. Ich nehme sie ernst und ich glaube an das Drehbuch. Jeder Film ist sein eigenes Universum und ich mag es, darin mitzuwirken, mich vorzubereiten und dann die Gedanken hinter mir zu lassen und am Set einfach intuitiv zu sein.
Eine Sorge verfolgt mich immer beim Schreiben, Drehen und Montieren eines Films: die Angst, dass die Zuschauer die Hauptfigur nicht liebenswert finden. Ich hatte genau dieselbe Sorge bei Gruber in „Gruber geht“ und Stella in „Was hat uns bloß so ruiniert“. Es sind immer widersprüchliche Figuren, die mich interessieren.

Lola scheint sich ihr Leben perfekt eingerichtet zu haben und „erfolgreich“ zu sein, doch wie so oft holt sie eines Tages die Familie ein.
Familie ist das beste Thema! Weil man sich die Familie nicht aussuchen kann. Du kommst zur Welt, und die Familiengeschichte ist schon da, du kannst sie nicht erschaffen oder beeinflussen. Einen Partner oder einen Freund kannst du verlassen, aber selbst wenn du die Familie verlässt, bleibt sie immer ein Teil von dir.

In diesem Film haben wir manchmal das Gefühl, Lola einen Schritt voraus zu sein, und manchmal hinken wir ihr hinterher. Welche Bedeutung hat das Tempo des Films für Sie?
Ich denke beim Dreh fast nie an das Tempo, und ich drehe jede Kameraeinstellung von Anfang bis Ende der Szene, weil ich das für die Schauspielerinnen und Schauspieler wichtig finde. Die Arbeit mit meiner Cutterin Ulrike Kofler ist inzwischen meine Lieblingsphase innerhalb der Arbeit am Film – es ist nicht so stressig wie die Dreharbeiten, ich muss nicht so viel diskutieren und kämpfen, und es ist schön, all dieses Material zur Verfügung zu haben und etwas daraus zu machen.
Vielleicht hat das, was Sie meinen, mehr mit dem Drehbuch zu tun. Unvorhersehbarkeit war wichtig. Nicht nur um Suspense zu erzeugen, sondern weil es dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, nie genau zu wissen, wie diese Geschichte erzählt wird. Niemand nimmt dich bei der Hand und zeigt dir, was du denken sollst. Ein Schauspieler, der den Film gesehen hat, hat zu mir gesagt, er fände das Ende unentschieden, aber für mich war es wichtig, dass die Zuschauer entscheiden. Für mich selbst ist das Ende ein vollkommen klares.

Galerie

Biografien

Marie Kreutzer (Regie & Buch) wurde 1977 in Graz, Österreich, geboren und studierte Drehbuch an der Filmakademie Wien. Ihr Spielfilmdebüt „Die Vaterlosen“ feierte 2011 auf der Berlinale (Panorama Spezial) seine Weltpremiere. Ihr zweiter Spielfilm „Gruber geht“ (2015) war für den österreichischen Filmpreis nominiert und erhielt eine lobende Erwähnung als „Besten Film“ beim Zürich Film Festival. Ihr dritter Spielfilm „Was hat uns bloß so ruiniert“ wurde 2016 ebenfalls im Wettbewerb des Zürich Film Festival uraufgeführt. Ihr erster TV-Film „Die Notlüge“ mit Josef Hader in der Hauptrolle wurde 2017 ausgestrahlt. Marie Kreutzers neuer Film als Drehbuchautorin und Regisseurin, DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN, feiert seine Weltpremiere im Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Filmografie

  • 2019

    „Der Boden unter den Füßen“ · Kinospielfilm, 108 Min. · Berlinale 2019 (Wettbewerb)

  • 2017

    „Die Notlüge“ · TV-Film, 90 Min. · nach einem Drehbuch von Pia Hierzegger, Filmfest Biberach 2017 – Preis für den Besten Fernsehfilm

  • 2016

    „Was hat und bloß so ruiniert?“ · Kinospielfilm, 96 Min. · Zürich Film Festival 2016, Filmfest Hamburg 2016, Das Filmfest Prag 2016, Tallinn IFF 2016, 2 Nominierungen für den Österreichischen Filmpreis 2017

  • 2015

    „Gruber geht“ · Kinospielfilm, 104 Min. · nach dem Roman von Doris Knecht · Beijing International Film Festival 2015 – Tiantan Award für „Beste Filmmusik“, Nominierungen für den Thomas Pluch Drehbuchpreis, ROMY 2015 für die „Beste Kamera“ in einem Kinospielfilm, 4 Nominierungen für den Österreichischen Filmpreis 2016, Lobende Erwähnung beim Zürich Film Festival 2015; Internationale Hofer Filmtage, Filmfestival Max Ophüls Preis

  • 2011

    „Die Vaterlosen“ · Kinospielfilm, 104 Min. · Berlinale 2011 (Panorama Spezial) – Lobende Erwähnung für den Besten Debutfilm, Diagonale 2011 – Großer Preis Bester Spielfilm sowie drei weitere Preise, Bozner Filmtage – Preis für den Besten Nachwuchsfilm; nominiert für den Thomas Pluch-Drehbuchpreis 2011 und den Österreichischen Filmpreis 2012, Preis für die Beste Regie beim Filmfestival „Golden Linden“ 2013 in Stara Zagora, Bulgarien

  • 2007

    „Weihnachtsdienst“ · Dokumentarfilm, 25 Min.

  • 2006

    „White Box“ · Kurzspielfilm, 27 Min. · nach einer Erzählung von Siri Hustvedt · Diagonale 2007: Thomas- Pluch-Drehbuchförderpreis; Premiers Plans Angers 2008

  • 2005

    „7 Todsünden / Trägheit“ · Dokumentarfilm, 25 Min.

  • 2002

    „Un peut beaucoup“ · Kurzspielfilm, 34 Min. · Diagonale 2003, 3. Preis der short cuts cologne 2003

  • 2000

    „Cappy Leit“ · Kurzspielfilm, 17 Min. · Diagonale 2001, 1. Preis des Jugendfilmwettbewerbs der Kurzfilmtage Oberhausen 2001, 1. Preis des Drehbuchwettbewerbs der Studentinnen der Filmakademie Wien, ORF Kunststücke, arte, 3sat


Valerie Pachner (Lola) wurde 1987 in Wels, Oberösterreich, geboren. 2013 schloss sie erfolgreich ihre Ausbildung am Max Reinhardt Seminar ab. 2013 bis 2017 war sie fixes Ensemblemitglied am Residenztheater München. Für ihre Rolle in „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ erhielt sie 2017 den Österreichischen Filmpreis als „Beste Darstellerin“ und die Romy als „Bester weiblichen Nachwuchs“. Zuletzt stand Valerie Pachner für den Film „Radegund“ von Terrence Malick, der 2019 erscheinen soll, vor der Kamera.

Die gebürtige Österreicherin Pia Hierzegger (Conny) gehört unter anderem neben Michael Ostrowski zur Grazer Off-Theater-Gruppe Theater im Bahnhof. An der Seite von Ostrowski spielte sie 2004 in der österreichischen Filmproduktion „Nacktschnecken“ unter der Regie von Michael Glawogger mit. 2009 wurde mit demselben Personal eine Fortsetzung unter dem Titel „Contact High“ gedreht. Pia Hierzegger war unter anderem auch in „Slumming“ und in der Verfilmung von Wolf Haas‘ Roman „Der Knochenmann“ (Regie: Wolfgang Murnberger) zu sehen. Mit dem Theaterstück „vernetzt denken“ gewann sie 2007 den Augsburger-Stücke-Wettbewerb. In der Spielzeit 2009/10 dramatisierte Pia Hierzegger den Roman „Das ewige Leben“ von Wolf Haas im Grazer Schauspielhaus für die Bühne. 2016 stand sie für drei Kinoproduktionen vor der Kamera: „Hotel Rock ´n´ Roll“, R: Helmut Köpping, Michael Ostrowski; „Was hat uns bloß so ruiniert“, R: Marie Kreutzer und „Wilde Maus“, R: Josef Hader. 2017 wurde ihr Drehbuch zum Fernsehfilm „Die Notlüge“ unter der Regie von Marie Kreutzer verfilmt.

Mavie Hörbiger (Elise) wurde 1979 in München geboren. Sie absolvierte in München eine Schauspielausbildung und ist seitdem auf der Bühne (beispielsweise in Hannover, Bochum, Basel, den Salzburger Festspielen, in der Wiener Josefstadt und seit 2012 als festes Ensemblemitglied am Burgtheater in Wien), im Kino und Fernsehen gleichermaßen präsent und erfolgreich. Zuletzt wurde sie für ihre Leistung in dem Stück „Diener zweier Herren“ mit einer Nominierung für den Wiener Theaterpreis Nestroy ausgezeichnet. Im Fernsehen war sie zuletzt in spannenden Tatort-Produktionen sowie in dem Kriminalfilm „Spuren des Bösen: Begierde“ (2016) von Andreas Prochaska zu sehen. Der Tatort „Die letzte Wiesn“ (2014) von Marvin Kren brachte ihr eine Nominierung der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie „Beste Nebenrolle“ ein. Auch auf der großen Kinoleinwand ist Mavie Hörbiger häufig zu sehen. So stand sie 2014 für Detlev Bucks „Bibi & Tina 2“, 2015 für Helene Hegemanns „Axolotl Overkill“ und 2016 für Sonja Kröners „Sommerhäuser“ sowie für den zweiten Teil von Christian Züberts Kultfilm „Lommbock“ vor der Kamera.