„Unter normalen Umständen
wäre das alles nicht passiert.“
 
(aus dem Roman „Räuberhände“
von Finn-Ole Heinrich)
 
Liebe Freundinnen und Freunde,
 
in über 40 Kinos ist ab jetzt „Räuberhände“ zu sehen, der neue Film von İlker Çatak nach dem Erfolgsroman von Finn-Ole Heinrich. „Räuberhände“ erzählt von den besten Freunden Janik und Samuel, die nach dem Abi zusammen nach Istanbul reisen. Doch kurz vor dem Trip wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Das Buch avancierte 2007 zum Beststeller, gilt heute in vielen deutschen Schulen als Pflichtlektüre und wurde in seiner Bühnenfassung am Hamburger Thalia Theater über 100 mal aufgeführt.

„İlker Çatak macht einen Film daraus, der ist, wie das Leben ist, wenn man 19 ist und frei und auf dem Weg. Einen Film, der flirrt“, lobt Elmar Krekeler in der Welt. „Authentisch und gut gespielt – ein Coming-of-Age-Drama, das die kleinen, bedeutungsvollen Momente des Lebens feiert“, schwärmt BR kinokino. Und Daniel Kothenschulte schreibt in der Frankfurter Rundschau: „Es ist die rarste Rarität im deutschen Kino, ein künstlerischer Film für ein breites Publikum, warmherzig und doch unsentimental. Alles, was so oft schiefgeht, bringt er zum Strahlen – die Rollenbilder, soziale Konflikte, Sexualität.“

Zur Einstimmung auf den Kinobesuch oder zur Nachbetrachtung kann man sich jetzt ein Interview mit den beiden Hauptdarstellern Emil von Schönfels und Mekyas Mulugeta ansehen. Und ein Gespräch mit İlker gibt es auch.
Unter dem Motto „Jede*r hat das Recht auf Liebe“ sind auf unserem queerfilmfestival in elf Städten noch bis zum 5. September die besten queeren Filme des Jahres zu sehen.

Mit dabei: das hinreißende Regiedebüt „Die Rolle meines Lebens“ des französischen Arthouse-Stars Nicholas Maury („Call My Agent!“), der darin einen übersensiblen Darsteller mit einem blühenden Strauß aus Neurosen „spielt“; Zaida Bergroths mitreißendes Biopic „Tove“ über die Mumins-Erfinderin Tove Jansson; und der dokumentarische Porträtfilm „Tiny Tim“ des schwedischen Regisseurs Johan von Sydow über einen Musiker, der sein Publikum mit Ukulele und Falsetto-Gesang in einen queeren Bann zog. Und das sind nur drei von 15 Highlights!

Tickets gibt es direkt über die einzelnen Kinos.
Im September läuft das historische Liebesdrama „Ammonite“ mit Kate Winslet und Saoirse Ronan in der queerfilmnacht. Im Nachfolger seines rauen schwulen Liebesfilms „God’s Own Country“ erzählt Francis Lee von der leidenschaftlichen Beziehung zwischen der Fossiliensammlerin Mary und der jungen Ehefrau Charlotte im England Mitte des 19. Jahrhunderts.

Der Film wirft so ein neues Licht auf die bekannte britische Paläontologin Mary Anning und lässt sie ein Begehren ausleben, das ihr die offizielle Geschichtsschreibung nie zugestand. In ihrer sissy-Rezension mit dem vielversprechenden Titel „Steinschnecken lecken“ schreibt Beatrice Behn über das spannende Unterfangen, sich aus einer historischen Versteinerung zu lösen.
Der Salzgeber Club erstrahlt aktuell im blauen Neon-Licht: Auf der Suche nach anonymem Sex landet der 16-jährige Sequin im Blue Room, einer mysteriösen Gruppensex-Party ohne Limits. Dort gerät er in den Bann eines betörenden Fremden. Samuel Van Grinsvens sinnlichen Erweckungsfilm „Sequin in a Blue Room“ mit Shooting-Star Conor Leach gibt es jetzt als VoD und als DVD.

In „Beyto“ erzählt die Schweizer Regisseurin Gitta Gsell die Liebesgeschichte zwischen Beyto, einem jungen Schwimmer mit türkischen Wurzeln, und seinem Trainer Mike. Um Tradition und Ehre zu wahren, sehen Beytos konservative Eltern nur einen Ausweg: Mit einem Vorwand locken sie ihn in ihr türkisches Heimatdorf und organisieren eine Hochzeit mit einer Frau. Ab 9. September gibt es „Beyto“ im Salzgeber Club und auf DVD.
Die Salzgeber Buchverlage machen schon mal Lust aufs kommende Jahr. Mit unseren neuen Wandkalendern wird 2022 jeder Monat zum Hingucker. Wer auf Männer steht, hat die Qual der Wahl – von „Nothing to Hide“ des slowakischen Fotografen Phil Dlab bis zu den erotischen „Paintings“ von Bruce Sargeant. Eine Übersicht zum Gesamtprogramm gibt’s hier.
Und dann ...
 
... feiert heute Nacht unsere Koproduktion „Speer Goes to Hollywood“ Nordamerika-Premiere auf dem Telluride Film Festival. Vanessa Lapa dekonstruiert in ihrem Film die unfassbare zweite Karriere von Albert Speer: Wie konnte ein Mann, der für 12 Millionen Zwangsarbeiter verantwortlich war, die Lüge vom „guten Nazi“ schaffen?
 
„Ein schockierender und abgründig faszinierender Film über einen Mann, der etwas tut, was auch heute noch höchst aktuell ist: Fake News erfinden und verbreiten“, schreibt Screen International.

Wir starten „Speer Goes to Hollywood“ am 11. November im Kino.
Euch alles, alles Gute und Liebe aus der Prinzessinnenstraße!

Stay safe ...
facebook twitter youtube vimeo