Die entscheidende Frage ist doch:
Wofür möchte ich frei sein?
Was genau soll denn anders werden?

(Erika Stürmer-Alex in „Im Stillen laut“)
 
Liebe Freundinnen und Freunde,
 
seit letztem Donnerstag läuft „Futur Drei“ im Kino. Und bei der großen Nachfrage nach „dem stärksten deutschen Queer-Film seit Langem“ (Der Tagesspiegel) ist es gar nicht so einfach, ein Ticket zu bekommen! In der zweiten Spielwoche läuft Faraz Shariats postmigrantischer Coming-of-Age-Film, der „dorthin guckt, wo noch nie ein deutscher Film gewesen ist“ (taz), nun in 50 Kinos.

Ein besonderes Dankeschön an das Künstler*innen-Kollektiv Jünglinge und das großartige Team, die den Film in zahlreichen Sonderveranstaltungen vorstellen – teilweise sogar unangekündigt!
Am 8. Oktober startet in den Kinos „Im Stillen laut“, Therese Koppes vielschichtiges dokumentarisches Porträt über die beiden Künstlerinnen Erika Stürmer-Alex und Christine Müller-Stosch, die seit über 40 Jahren ein Paar sind und zusammen auf dem Kunsthof Lietzen in Brandenburg leben und arbeiten. Ein Film über die Liebe, die Kunst, über selbst geschaffene Freiräume in der DDR und die Frage, wie man sich und seinen Idealen treu bleiben kann.

Chile 1970. Am Ende einer durchzechten Nacht ersticht der 20-jährige Jaime seinen heimlich begehrten besten Freund. Im Gefängnis landet er in einer Gruppenzelle, die vom gefürchteten Potro geführt wird, den alle nur „den Hengst“ nennen. Potro wird Jaimes Beschützer und macht ihn zu seinem neuen „Prinzen“, erwartet dafür aber Loyalität und sexuelle Unterordnung. Mit pulsierenden Bildern fängt Regisseur Sebastián Muñoz in seinem rauen Gefängnisdrama „Der Prinz“ eine schwule Beziehung an einem brutalen Ort ein, der zugleich besondere sexuelle Freiheiten bietet – und wurde dafür bei den Filmfestspielen Venedig mit dem Queeren Löwen ausgezeichnet. Im Oktober läuft der Film in der queerfilmnacht.
Wer Levan Akins vielfach preisgekröntes Liebes- und Tanzdrama „Als wir tanzten“ im Kino verpasst hat, kann den Film ab sofort im Salzgeber Club nachholen. Für vier Wochen läuft „die große schwule Lovestory für 2020“ (tip Berlin) als Video on Demand exklusiv im Club.

Lucas weiß noch nicht so recht, wo er im Leben hinwill. Bevor er sein Studium in Montreal beginnt, besucht er seine Schwester, die in einem abgelegenen Fischerdorf im Süden Chiles lebt. Ausgerechnet hier im Nirgendwo verliebt er sich in den attraktiven Hafenarbeiter Antonio. Mit wahrhaftigen Dialogen und zwei beeindruckenden Hauptdarstellern entwickelt Regisseur Omar Zúñiga aus der melancholischen Grundstimmung seines Films nach und nach ein wild loderndes Liebesdrama. Ab 8. Oktober laufen „Die Starken“ im Salzgeber Club.
Regisseurin Sandra Kaudelka hat Sahra Wagenknecht über zwei Jahre mit der Kamera begleitet. „Wagenknecht“ ist ein vielschichtiger Film über politische Machtmechanismen, den engagierten Kampf für die eigenen Überzeugungen, über ein Leben mit und in der Politik – und den gesundheitlichen Preis, den es dafür allzu oft zu zahlen gilt. Ende Februar wurde der Film auf der Berlinale uraufgeführt. Ab jetzt gibt es „Wagenknecht“ auf DVD und natürlich auch als VoD.
Das nächste Artwork kennt Ihr schon: Unser aktueller queerfilmnacht-Film „Der Prinz“ basiert auf Mario Cruz’ gleichnamigem Roman, der jetzt erstmals in deutscher Übersetzung erscheint.

Die Veröffentlichung des Buchs in unserem Albino Verlag darf als kleine Sensation gelten: Das spanischsprachige Original „El Principe“ brachte Mario Cruz Anfang der Siebziger auf eigene Faust heraus, weil chilenischen Verlagen die Story über eine Männerliebe im Knast zu schwul war. Ein spannendes Nachwort des Literaturwissenschaftlers Florian Borchmeyer erläutert die Umstände der Wiederentdeckung des Stoffes – und die abenteuerliche Entstehung des Films.

Hier geht es zu seiner Leseprobe aus dem Roman.
Und nicht zu vergessen ...

... Verleiharbeit ist unter Corona-Bedingungen nicht unbedingt leichter geworden. Wir kämpfen trotzdem für unsere Filme und unser Publikum und versuchen den Kinos mit einer verlässlichen Planung so gut es geht zur Seite zu stehen. Gedankt wurde uns das mit zwei Förderkürzungen und einer Förderabsage.

31 Kolleg*innen scheint es ganz ähnlich zu gehen, wie man in diesem Offenen Brief unabhängiger deutscher Filmverleiher zur Fördersituation der Filmwirtschaft in der Corona-Krise nachlesen kann. Titel ist etwas lang und nicht gegendert, Inhalt hat es aber in sich.

Euch alles, alles Gute und Liebe aus der Prinzessinnenstraße!

Stay safe ...
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