Nothing To Hide – Young Men From Slovakia

von Phil Dlab

Hardcover, 24×32 cm, 176 Seiten, ca. 150 Fotografien, Texte auf Deutsch und Englisch

Mehr Fotos von Phil Dlab: www.bodytorium.com

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Nothing To Hide – Young Men From Slovakia

Die Fotos von Phil Dlab sind natürlich, spontan und ungekünstelt. Der in der Slowakei geborene Fotograf wuchs in Kanada auf, lebt aber inzwischen wieder im Land seiner Geburt. Dessen junge Männer stehen im Mittelpunkt seiner Fotografie. Dlabs Porträts fangen Männlichkeit in ihrer authentischsten Form ein. Die Models sind athletisch, aber keine Poser; attraktiv, aber nahbar. Ihre Offenheit lädt uns dazu ein, nicht nur schöne Körper zu betrachten, sondern Persönlichkeiten, die so selbstbewusst sind, sie zu zeigen. Phil Dlabs erster Fotoband mit 150 Fotografien in Farbe und Schwarz-Weiß zeigt junge Männer, die wirklich „nichts zu verbergen“ haben.

Natural, unstaged and beautifully unpolished: this is what makes the photography of Phil Dlab something special. Born in Slovakia and raised in Canada, Dlab returned to the country of his birth and made its young men the focus of his photography. His pictures capture the essence of masculinity at its purest and most authentic. Dlab’s models are athletic but not glamorous, appealing but not pretentious. His photos are full of candor and invite us to see not just beautiful bodies, but men who are open and fearless enough to show them. Phil Dlab’s début photo book, with 150 photos in color as well as in black and white, brings young men to life who truly have „Nothing to Hide“.

Artist's Statement
Phil Dlab über „Nothing to Hide“

Hin und wieder werde ich gefragt, womit ich mein Geld verdiene. Darauf antworte ich ohne zu zögern, mit stolzem und ernstem Gesicht, dass ich nackte Männer fotografiere. Auf diese Antwort ernte ich, mindestens im ersten Moment, einen überraschten Gesichtsausdruck, gefolgt von der Frage: „Dann sind Sie Fotograf?“ – „Nun, ja, unter anderem.“ Es hat einige Zeit gedauert, bis ich meine Identität als Männeraktfotograf akzeptiert habe. Bis vor kurzem galt ich als „Berater“ oder „Projektmanager“. Das sind gebräuchlichere und sozial akzeptierte Identitäten oder Bezeichnungen. Ich verbünde mich ja auch nicht mit anderen Fotografen oder lebe in einem „Dorf der Männeraktfotografen“. Doch jetzt bin ich mehr denn je mit meinem Platz in der Welt einverstanden. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, befreit, als hätte ich mich aus der sprichwörtlichen Schublade befreit. „Fotografieren Sie auch nackte Frauen?“, lautet für gewöhnlich die nächste Frage. Zwischen den Zeilen klingt die Annahme mit, dass ich als Mann auch nackte Frauen fotografieren sollte. Schließlich lebe ich in der noch recht traditionellen Slowakei und nicht im liberalen „alles ist möglich, sei wer du sein willst“-New York. Deshalb lautet meine „logische Antwort“: „Nein. Es gibt schon so viele Typen, die nackte Frauen fotografieren. Es wäre ziemlich schwer, damit einen Fuß in die Tür zu bekommen und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb habe ich mich auf nackte Männer spezialisiert.“ Während wir an einer Plakatwand mit einer Bikiniwerbung vorbeigehen, fahre ich fort: „Die Welt muss nicht mehr davon überzeugt werden, dass Frauen schön sind. Schauen Sie sich doch um, man sieht sie überall. Ich versuche, für ausgeglichene Verhältnisse zu sorgen.“ Darauf folgt eine Pause, dann ein zustimmendes Nicken, das schnell in einen skeptischen Gesichtsausdruck umschlägt. „Und können Sie wirklich davon leben, dass Sie nackte Männer fotografieren?“ – „Oh ja. Ob Sie es glauben oder nicht, das ist eine Marktlücke.“

Doch es geht nicht nur darum, eine Marktlücke zu besetzen. Meine Fotografie entstand als Antwort auf die tiefe Überzeugung, dass da „etwas fehlt“ – und sie versteht sich noch immer so. Als ich Ende 2018 zum ersten Mal einigen Freunden und früheren Kollegen den Entwurf meiner Website zeigte, stieß ich auf starke Skepsis und zweifelnde Blicke. „Bilder von nackten Typen? Die gibt es doch überall. Und sogar umsonst.“ Damals fiel es mir schwer, mit wenigen Worten zu erklären, weshalb meine Fotos einzigartig und speziell waren. Nicht ohne Angst und Selbstzweifel hatte ich beschlossen, einfach meinem Bauchgefühl zu folgen, gestützt auf meine Wahrnehmung, dass es mir auch bei jahrelanger Suche im Web kaum gelang, Fotos zu finden, die mir wirklich gefielen. Die Bilder, die ich fand, sahen inszeniert aus, formalisiert und unauthentisch, oder sie waren von geringer Auflösung und Qualität. Hin und wieder fand ich Seiten mit echten nackten Sportlern, Nudisten oder diesen wirklich spontanen „magischen Momenten“, wenn die Hüllen fallen. Doch solche Fotos fand ich nur vereinzelt und auf verschiedene Seiten verstreut, und meistens scheiterte ich bei dem Versuch, größere und besser auflösende Versionen dieser Bilder zu finden. Im Laufe der Jahre ist das Web, obwohl es an Umfang ständig zunimmt, immer „cleaner“ geworden, und das Angebot von der Art von Content, der mit gefällt, schrumpft zusammen. Das Internet folgt einer kommerziellen Formel, die sehr erfolgreich darin ist, neue Trends hervorzubringen und der Mehrheit der Nutzer zu gefallen. Aber mir gefällt es nicht, und ich weiß, dass ich nicht der Einzige bin, der so empfindet.

Während die Trends von dem, was mir gefällt, immer weiter wegführen, kann ich meinen Zugang zur Fotografie nackter Männer ganz einfach so beschreiben: Ich zeige Jungs, die tun, was Jungs eben so tun, nur eben nackt. Einer macht das Frühstück. Warum soll er dabei nicht nackt sein? Ein anderer holt sein Fahrrad, um ein paar Runden zu drehen. Warum soll er nicht nackt sein? Ein paar Jungs treffen sich, um einen Drink zu nehmen. Warum sollen sie nicht nackt sein? Jemand macht eine Präsentation bei der Arbeit. Warum soll er dabei nicht nackt sein? Der Trick besteht darin, diese Situationen so beiläufig und authentisch wie möglich im Stil der „versteckten Kamera“ einzufangen.

Artist's Statement – English
Phil Dlab about “Nothing to Hide”

Every now and then, I am asked what I do for a living. And I can now answer without hesitation, with a proud and sincere face, that I photograph male nudes. To this answer I usually get — at least for an instant — a surprised look, followed by “So, you’re a photographer?” “Well, yes, among other things.” It took me a long time to embrace my “male nude photographer” identity. After all, up until recently, I was known as a “consultant” or a “project manager.” These are more common and socially accepted identities or titles. I also don’t mingle with other photographers or live in the “Male Nude Photographer Village.” But now, more than ever, I feel content with my place in the world. I feel “in my skin,” liberated, as though I finally have the upper hand over the proverbial cookie cutter. “Do you also photograph female nudes?” is a common follow-up question. Reading between the lines, there appears to be an assumption that as a man I should partake in photographing female nudes. After all, I live in somewhat traditional Slovakia, and not in liberal “anything goes, be who you want to be” New York. Thus, my “logical explanation” is: “No. There are already so many guys who photograph female nudes. It would be really hard to stand out and to make a living that way. So, I specialize in male nudes.” As we pass a bikini ad on a billboard, I continue to say “The world does not need any more convincing that women are beautiful. Just look around. Anywhere. I am trying to level the playing field.” There is a pause, a nod, a momentary sign showing agreement, which quickly turns into a slightly skeptical expression. “And are you really able to make a living from photographing male nudes?” “Well yes. Believe it or not, there is a gap in the market.”

But there is more to it than just spotting a gap in the market. My photography actually started off as (and continues to be) a response to a deep feeling that “something is missing.” In late 2018, when I first showed a prototype of my website to some of my friends and former colleagues, I faced a lot of doubt and skepticism. “Pictures of naked guys? I can easily find that anywhere. And for free.” Back then I found it difficult to quickly explain and justify why my photographs would be unique and special. Not without fear and doubt of my own, I decided to just go with my gut. I held on to my realization that I was rarely able to find the kind of pictures I really liked after years of scouring the web. The pictures I was able to find looked staged, formulaic and inauthentic, or they were lacking in size and quality. From time to time, I found sites that had real naked sportsmen, nudists or those truly spontaneous “magic moments” when the clothes came off. But I usually found these kinds of pictures scattered in small batches in different places, and I often tried and failed to find larger and better-quality versions of the pictures. As the years go by, I also find that the web, while growing in size, is becoming increasingly “sanitized,” and the choice for the kinds of content I like is shrinking. The internet is leaning towards a commercial formula that is very successful in pushing trends and appealing to the majority. But it doesn’t appeal to me, and I know I am not the only one who feels this way.

While trends are moving in a different direction to my liking, I can simply describe my take on photography of male nudes as “guys doing guy things — naked.” A guy is making breakfast. Why not do it naked? A guy is taking his bike out for a spin. Why not do it naked? Guys are out having a drink together. Why not do it naked? A guy is giving a presentation at work. Why not do it naked? The trick is to capture these situations in the most casual, authentic and “hidden camera” manner possible. For me, this is an aspirational direction rather than something I am able to fully achieve today.

Biografie

Phil Dlab wurde in der Slowakei geboren, wuchs aber in Kanada auf. 2010 folgte er seinem langgehegten Traum, nach Europa überzusiedeln, und zog ins Land seiner Geburt. Im Sommer 2018 fing er an, wie er selbst sagt „Freunde und Freunde von Freunden“ zu fotografieren. So wurde aus einer privaten Berufung ein Beruf. 2019 ging bodytorium.com an den Start, wo Dlab seither der Schönheit der „Young Men from Slovakia“ ein Denkmal setzt. „Nothing to Hide“ ist sein erster Bildband.

Phil Dlab was born in Slovakia but lived most of his life in Canada. For many years he dreamed of returning to Europe until finally making the big move to Bratislava in 2010. In the summer of 2018 he began to photograph friends from the freerunning and street workout scene in Slovakia, and in January 2019 he launched bodytorium.com. “Nothing to Hide” is his first photo book.