Conny Plank – The Potential of Noise

ein Film von Reto Caduff und Stephan Plank

Deutschland 2017, 92 Minuten, deutsch-englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK 0

mit Michael Rother, Daniel Miller, Scorpions, Devo, David A. Stewart, Annette Humpe, Les Rita Mitsouko, DAF, Gianna Nannini, Karl Hyde, Ultravox u.a.

Conny Plank – The Potential of Noise

Konrad „Conny“ Plank (1940–1987) war einer der innovativsten Klanggestalter und Musikproduzenten seiner Zeit. Die Aufnahmen, die ab den 60er Jahren in seinem sagenumwobenen Tonstudio in Wolperath nahe Köln entstanden sind, haben die Musikwelt revolutioniert. Er war der Pionier des Krautrocks und Wegbereiter der elektronisch geprägten Popmusik. Bands und Künstler wie NEU!, Brian Eno, David Bowie, Ultravox und die Eurythmics nahmen mit ihm auf und betonen noch heute den Einfluss, den er auf ihre Musik hatte. Ohne Plank hätte Gianna Nannini wohl für immer auf Englisch gesungen, und wäre ihm ein gewisser Bono sympathischer gewesen, würde „Joshua Tree“ von U2 heute ganz anders klingen.

Als Conny im Alter von nur 47 Jahren starb, war sein Sohn Stephan gerade mal 13 Jahre alt. 25 Jahre später hat er sich zusammen mit Co-Regisseur Reto Caduff auf die Suche nach dem Mann gemacht, den er als Kind oft nur hinter dem Mischpult erlebte. Zugleich wurde es auch die Suche nach dem künstlerischen Vermächtnis seines Vaters. Er hat sich mit Connys alten Freunden und Weggefährten getroffen: mit Annette Humpe und den Scorpions, mit Gianna Nannini, Devo, Ultravox und vielen mehr. Private, größtenteils unveröffentlichte Archivaufnahmen, wechseln sich mit persönlichen Interviews ab, in denen die Musiker_innen Einblicke in Connys akribische und höchst einfühlsame Arbeitsweise gewähren. Das emotionale Porträt des legendären Conny Plank wird so auch zu einer faszinierenden Reise durch die nationale und internationale Popmusikgeschichte der 70er und 80er Jahre.

Trailer

Interview
Stephan Plank über seinen Vater

Mein Vater war der Musikproduzent und Künstler Conny Plank. Bei uns im heimischen Studio haben Kraftwerk, die Eurythmics, Gianna Nannini, David Bowie, Brian Eno, NEU!, Ultravox, Killing Joke, Les Rita Mitsouko, Can, Nina Hagen, DAF, Ideal, die Einstürzenden Neubauten und unzählige weitere Musiker ihre Songs aufgenommen.
Wir lebten auf einem Bauernhof in der Nähe von Köln. Unser Haus war immer voller Musiker. Wir waren wie eine Familie, lebten gemeinsam im gleichen Haus, aßen an einem Tisch, putzten uns die Zähne am gleichen Waschbecken.
Als mein Vater starb, war ich 13 Jahre alt. Er war eine Urgewalt, die über unendliche Kraft und Kreativität verfügte. Er war ein Pionier, der technische Entwicklungen vorwegnahm und neue musikalische Stilrichtungen prägte. Er war aber auch der einzige kettenrauchende Marathonläufer Hamburgs. Er soll über zwei Jahre kaum geschlafen haben, ist mit dem Fahrrad über die Alpen nach Italien gefahren und konnte Witze erzählen, dass die Leute brüllend vor Lachen auf dem Boden lagen.
Mein Vater arbeitete rund um die Uhr. Und ich wuchs quasi im Studio auf. Er war permanent anwesend, aber nicht wirklich erreichbar. Tatsächlich blieben uns nur wenige gemeinsame Momente.
Als kleiner Junge habe ich die Arbeit meines Vaters nicht verstanden. Zeit meines Lebens werde ich über ihn definiert. Überall wo ich hinkomme, werde ich mit den Worten vorgestellt: „Das ist Stephan, der Sohn von Conny.”
25 Jahre nach dem Tod meines Vaters war ich bereit, mich seinem Mythos zu stellen. Ich wollte herauszufinden, was er hinterlassen hat, wie stark er wirklich war, welche Geschichten stimmen und welche nicht. Während meiner Arbeit an Conny Plank – The Potential of Noise habe ich auf diese Fragen Antworten gefunden.

Biografie

Reto Caduff, geboren 1967 in Zürich, ließ sich zunächst in Aarau/Schweiz zum Grafiker und Typografen ausbilden. Ab 1985 arbeitete er als freier Journalist und Konzertveranstalter. Von 1987–90 war er Redakteur und Moderator beim Radiosender DRS, von 1991–94 Redakteur und Regisseur für das Schweizer Fernsehen (Sendungen: „Barock“, „Zebra“, „10vor10“), von 1994–98 Regisseur von Dokumentationen und TV-Korrespondent in New York. Seit 1998 arbeitete er als freier Regisseur von Dokumentarfilmen, Musikvideos, Werbe- und Kurzfilmen sowie TV-Serien in Los Angeles und der Schweiz. Für seinen Debütfilm „Krokus – As Long as We Live“ (2005) wurde Caduff mit dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnet. Für die TV-Serie „Playlist“ (Tele 5) war er 2014 für den Grimmepreis nominiert.

Stephan Plank wurde 1974 in Wolperath bei Neuenkirchen nahe Köln geboren. Nach dem Abitur war Plank bis 2002 Manager im alten Tonstudio seines Vaters und arbeitete dabei mit Bands wie Die Fantastischen Vier, Einstürzende Neubauten und Die Ärzte zusammen. Parallel war er als Realisator, Reporter und Regieassistent für den WDR tätig. 2002 gründete er das Plattenlabel Krautpop. 2006–2010 Künstlermanager von Nina und Cosma Shiva Hagen. Seit 2010 ist er Medienberater und entwickelt als Regisseur eigene Filmprojekte. Conny Plank – The Potential of Noise ist sein Regiedebüt.

Soundtrack

„Music For Airports 2/2“ · Interpret: Brian Eno · Musik: Brian Eno
„Für Die Katz“ · Interpret: Cluster · Musik: Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius
„Sowiesoso“ · Interpret: Cluster · Musik: Hans-Joachim Roedelius, Dieter Moebius
„Für Luise“ · Interpreten: Cluster & Eno · Musik: Brian Eno, Dieter Moebius, Hans Joachim Roedelius
„Wehrmut“ · Interpreten: Cluster & Eno · Musik: Brian Eno, Dieter Moebius, Hans Joachim Roedelius
„One“ · Interpreten: Cluster & Eno · Musik: Brian Eno, Dieter Moebius, Hans Joachim Roedelius
„Schöne Hände“ · Interpreten: Cluster & Eno · Musik: Brian Eno, Dieter Moebius, Hans Joachim Roedelius
„Ho Renomo“ · Interpreten: Cluster & Eno · Musik: Brian Eno, Dieter Moebius, Hans Joachim Roedelius
„Essen Dann Schlafen“ · Interpret: DAF · Musik: Gabi Delgado Lopez, Robert Goerl, Chris Haas, Wolfgang Spelmanns
„Liebe Auf Den Ersten Blick“ · Interpret: DAF · Musik: Robert Goerl · Text: Gabi Delgado Lopez
„Der Mussolini“ · Interpret: DAF · Musik: Robert Goerl · Text: Gabi Delgado Lopez
„Verschwende Deine Jugend“ · Interpret: DAF · Musik: Robert Goerl · Text: by Gabi Delgado Lopez
„Mongoloid“ · Interpret: Devo · Musik: Gerald Casale
„Doot Doot“ · Interpret: Freur · Musik: Karl Hyde, Ric Smith, Alfie Thomas ·
„Monza (Rauf und Runter)“ · Interpret: Harmonia · Musik: Michael Rother, Hans J. Roedelius, Dieter Moebius
„Gollum“ · Interpret: Harmonia · Musik: Michael Rother, Hans J. Roedelius, Dieter Moebius
„Geschrien im Schlaf“ · Interpret: Humpe & Humpe · Musik: Annette Humpe
„Belle Jar“ · Interpret: Humpe & Humpe · Musik: Annette Humpe
„Monotonie“ · Interpret: Ideal · Musik: Hans Joachim Behrendt, Ulrich Deuker, Frank-Juergen Krueger, Annette Humpe
„Birds of a Feather“ · Interpret: Killing Joke · Musik: Paul Ferguson, Jeremy Coleman, Kevin Walker, Paul Vincent Raven
„Marcia Baila“ · Interpret: Les Rita Mitsouko · Musik: Catherine Ringer, Frederic Chichin
„Two Oldtimers“ · Interpreten: Moebius & Plank · Musik: Dieter Moebius, Konrad Plank
„Bello E Impossibile“ · Interpret: Gianna Nannini · Musik: Gianna Nannini, Fabio Pianigiani
„Hallogallo“ · Interpret: NEU! · Musik: Klaus J. Dinger, Michael Rother
„Isi“ · Interpret: NEU! · Musik: Klaus J. Dinger, Michael Rother
„Super“ · Interpret: NEU! · Musik: Klaus Dinger, Michael Rother
„Hero“ · Interpret: NEU! · Musik: Klaus Dinger, Michael Rother
„Sweet Dreams (Are Made Of This)“ · Interpret: The Eurythmics · Musik: Dave Stewart, Annie Lennox
„Never Gonna Cry Again“ · Interpret: The Eurythmics · Musik: Dave Stewart, Annie Lennox
„Lonesome Crow“ · Interpret: The Scorpions · Musik: Michael Schenker, Rudolf Schenker, Klaus Meine, Wolfgang Dziony, Lothar Heimberg
„Vienna“ · Interpret: Ultravox · Musik: Billy Curry, Chris Cross, Warren Cann, Midge Ure
„Nasty Lady“ · Interpret: Whodini · Musik: Konrad Plank, John B. Fletcher, Jalil Hutchins
„Rap Machine“ · Interpret: Whodini · Musik: Konrad Plank, John B. Fletcher, Jalil Hutchins
„Non, Je Ne Regrette Rien“ · Musik: Michel Vaucaire, Charles Dumont