Heute im Kino

Firebird

ein Film von Peeter Rebane

Estland/UK 2021, 107 Minuten, deutsche Synchronfassung und englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK 12

Firebird

Estland in den 1970ern, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs. Der junge Soldat Sergey dient auf einem Luftwaffenstützpunkt der UdSSR. Als Roman auf die Basis versetzt wird, verfällt Sergey dem Charme des kühnen Kampfpiloten. Doch die aufkeimende Liebe zwischen den Männern muss um jeden Preis geheim bleiben – Roman steht bereits auf der Überwachungsliste des KGB.

Peeter Rebanes mitreißender Liebesthriller mit Tom Prior und Oleg Zagorodnii basiert auf einer wahren Geschichte und ist zu einer Zeit, in der in Russland queere Menschen immer noch schwersten Repressionen ausgesetzt sind, von beklemmender Aktualität. Auch die Premiere des Films beim Internationalen Filmfestival Moskau wurde von wüsten Protesten begleitet. Wir bringen „Firebird“ voller Stolz auf die große Leinwand!

Trailer

IM KINO
17.5. - Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie

Aachen

am Dienstag, 17. Mai um 18:00 Uhr

Amberg

am Dienstag, 17. Mai um 19:30 Uhr

Berlin

am Dienstag, 17. Mai um 20:00 Uhr

am Dienstag, 17. Mai um 20:00 Uhr mit Regisseur Peeter Rebane und Hauptdarstellern Tom Prior & Oleg Zagorodnii

Darmstadt

am Dienstag, 17. Mai um 20:00 Uhr

Dresden

am Dienstag, 17. Mai um 20:30 Uhr

Düsseldorf

am Dienstag, 17. Mai um 21:30 Uhr

Kassel

am Dienstag, 17. Mai um 20:00 Uhr

Mannheim

am Dienstag, 17. Mai um 19:30 Uhr

Marburg

am Dienstag, 17. Mai um 20:15 Uhr

München

Dienstag, 17. Mai um 21:00 Uhr / Mittwoch, 18. Mai um 18:50 Uhr

Münster/Westfalen

am Mittwoch, 18. Mai um 21:00 Uhr

Nürnberg

am Dienstag, 17. Mai um 21:00 Uhr

Passau

am Dienstag, 17. Mai um 20:00 Uhr

Schleswig

am Dienstag, 17. Mai um 18:00 Uhr

Interview
Im Gespräch mit Hauptdarsteller & Co-Autor Tom Prior

Wie bist Du als Autor und Hauptdarsteller zu „Firebird“ gekommen?
Ich lernte Peeter [Rebane] 2014 kennen. Da hatte ich gerade „Kingsman: The Secret Service“ und „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ abgedreht und arbeitete in Los Angeles. Peeter schickte mir den Entwurf des Drehbuchs, das er geschrieben hatte, und ich war sofort begeistert von dem Stoff.
Wir vereinbarten, dass wir gemeinsam an einem Teaser für den Film arbeiten würden, und während dieses Prozesses machte ich einige Vorschläge, wie das Drehbuch verbessert werden könnte, insbesondere im Hinblick auf die Steigerung der dramatischen Spannung und der emotionalen Verbindung.
Peeter und ich haben uns dann zusammengesetzt und in den nächsten zwei Jahren umstrukturiert, umgeschrieben und die Zeit, in der der Film spielt, intensiv recherchiert. Wir unternahmen mehrere Reisen nach Russland, trafen und lernten den echten Sergey kennen. Das war ein wirklich faszinierender Prozess, sowohl als Autor als auch als Schauspieler.

Welchen Einfluss hatte das Treffen mit Sergey Fetisov, auf dessen Leben Deine Rolle basiert, auf das Schreiben des Drehbuchs?
Die Begegnung mit Sergey hatte großen Einfluss darauf, wie ich das Drehbuch weiterschrieb und auch darauf, wie ich seine Figur im Film darstelle. Sergey war ein erstaunlich positiver und mutiger Mann, der hart dafür gekämpft hatte, seinem Herzen und seiner Liebe um jeden Preis zu folgen. Als ich ihn kennenlernte, wollte ich alle Details verstehen: die Tiefe der Beziehung zu Roman, wie sie ihre Tage verbrachten und wie sich ihre Beziehung entwickelte. Sergey verstarb während der Vorproduktion des Films, und Peeter und ich nahmen an seiner Beerdigung in Russland teil. In jenem Moment, als ich der orthodoxen Beerdigung beiwohnte, nahm ich mir fest vor, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um ihn mit der Überzeugung und dem Mut zu spielen, die sein Vermächtnis verdient.

Inwiefern änderte die Mitwirkung am Drehbuch dein Schauspiel?
Insofern, dass ich ein sehr tiefes Verständnis für den Stoff hatte. Peeter und ich haben genau darauf geachtet, wann wir über das Drehbuch und wann wir über mein Schauspiel sprechen. Als der Dreh begann, blieben wir soweit es ging bei der finalen Version des Drehbuchs. Für mich als Schauspieler war es erstaunlich, wie gut ich das Material kannte. Ich hatte fast drei Jahre mit der Geschichte verbracht, aber dann musste ich die Geschichte als Schauspieler neu entdecken und meine Mitwirkung als Autor ausblenden.

Wie war die Zusammenarbeit mit Diana Pozharskaya und Oleg Zagorodnii?
Wir hatten vor den Dreharbeiten zwei Monate Probenzeit, was von unschätzbarem Wert war. Wir gingen alle drei unvoreingenommen an den Film heran und brachten unsere eigenen Stimmen und Perspektiven ein, wie wir die Figuren sahen. Oleg und ich konnten uns aufgrund der Sprachbarriere nicht sehr gut verständigen, was bedeutete, dass ein großer Teil unserer Arbeit darin bestand, uns körperlich miteinander wohl zu fühlen. Ich glaube, das hat auch die Chemie zwischen uns gestärkt, denn die Figuren von Sergey und Roman hätten zu der Zeit auch nicht über ihre Erfahrungen sprechen können.

Welche Vorbereitungen und Recherche hast Du bezüglich des militärischen Aspekts des Films getroffen?
Ich war von der sowjetischen Geschichte und der Zeit des Kalten Krieges schon immer fasziniert, daher waren mir einige Aspekte der Geschichte schon vertraut. Allerdings hatte ich noch nie solch eine Liebesgeschichte gesehen, die in der Sowjetunion spielt. Es war eine großartige Gelegenheit, eine neue und einzigartige Story zu erzählen. Was die physische Vorbereitung auf die Rolle angeht, so wurden wir in ein Bootcamp in Ost-Estland geschickt. In Estland gibt es noch die Wehrpflicht, und wir verbrachten einige Zeit bei den estnischen Verteidigungskräften. Ich habe zwei Bootcamps absolviert, in denen Oleg, Jake [Henderson] und ich die gleiche Routine wie die anderen Soldaten durchlaufen mussten. Wir gruben Schützenlöcher, bauten Zelte auf und gingen zu Schießständen. Außerdem wurden wir von pensionierten Spezialisten aus der Sowjetzeit in korrekten militärischen Protokollen unterwiesen. Es war sehr intensiv.

Was nimmst Du aus dem Projekt mit?
Ich habe so viel darüber gelernt, was es bedeutet, sowohl Filmemacher als auch Schauspieler zu sein. Ich bin sehr dankbar, dass ich bei „Firebird“ sowohl als Autor als auch als Produzent mitgewirkt habe. Dadurch, dass ich so in die Materie eingetaucht bin, konnte ich in meinem Schauspiel wirklich in die Tiefe gehen.
Nachdem ich die Gefahr, der Sergey und andere LGBTQ-Menschen seiner Zeit ausgesetzt waren, wirklich nachvollzogen habe, bin ich ständig erstaunt darüber, wie viele Menschen immer noch unter autoritären Regimen und religiösen Ordnungen leiden, die ihnen ihre Rechte verweigern und ihre Liebe entwerten. Wir wünschen uns, dass dieser Film und Sergeys mutige Geschichte dazu beitragen, die Einstellung der Menschen gegenüber der LGBTQ-Gemeinschaft und anderen ausgegrenzten Menschen in allen Ländern der Welt zu verändern.

Biografien

PEETER REBANE (Regie & Co-Drehbuchautor) wurde in Estland geboren. Er studierte u.a. in den USA und in Großbritannien. Nach dem Kurzfilm „The Lovers“ (2008) drehte er eine Reihe von Musikvideos, u.a. für Moby („Wait for Me“) und für die Pet Shop Boys („Together“). 2013 inszenierte und produzierte er das mit 22 Kameras gedrehte TV-Special „Robbie Williams: Live in Tallinn“, im Jahr darauf den Musikdokumentarfilm „Robbie Williams: Fans Journey to Tallinn“. Bereits beim Eurovision Song Contest 2002, den European Film Awards 2010 und etlichen Shows in der baltischen Region von Künstler*innen wie Elton John, Bob Dylan, Madonna, Sting, Lady Gaga, Metallica und Queen war er als Produzent tätig. 2013 wurde er in Estland zum „Entrepreneur des Jahres“ gewählt. Als Regisseur und Autor verwirklichte er 2015 den Dokumentarfilm „Tashi Delek!“. Er war bei diversen Filmfestivals als Jurymitglied tätig, etwa beim Black Nights Film Festival und beim Cape Town International Film Festival. „Firebird“ ist Rebanes erster Spielfilm.

TOM PRIOR (Co-Drehbuchautor & Hauptrolle), geboren 1990 in England, machte 2012 seinen Abschluss an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA). Auf der Kinoleinwand trat er erstmals in James Marshs Biopic „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (2014) als 17-jähriger Sohn von Stephen Hawking in Erscheinung. Seither war er u.a. in Matthew Vaughns Actionkomödie „Kingsman: The Secret Service“ (2014), in Betsan Morris Evans’ Familienkomödie „Dusty and Me“ (2016), in Max Newsoms Coming-of-Age-Film „Iceland Is Best“ (2020) und in Davide Ferrarios Kriegsdrama „Just Noise“ (2021) an der Seite von Malcolm McDowell und Harvey Keitel zu sehen. Seit 2013 stand Prior zudem schon oft auf der Theaterbühne in Großbritannien. 2014 schrieb er das Skript zum Kurzfilm „Breaking the Circle“. Das Drehbuch zu „Firebird“ verfasste er zusammen mit dem Regisseur Peeter Rebane.

OLEG ZAGORDNII (Roman) ist ein ukrainischer Schauspieler am Gogol Center in Moskau. Auf der Theaterbühne war er u.a. in „Brothers“, einer Adaption von Luchino Viscontis „Rocco und seine Brüder“, zu sehen. Zudem trat er in der TV-Serie „Dzhamayka“ auf.

Credits

Cast

Sergey

Tom Prior

Roman

Oleg Zagordnii

Luisa

Diana Pozharskaya

Volodja

Jake Thomas Henderson

Major Zverev

Margus Prangel

Crew

Regie

Peeter Rebane

Buch

Peeter Rebane, Tom Prior

Kamera

Mait Maekivi

Musik

Krzysztof A. Janczak

Kostümdesign

Mare Raidma, Marjatta Nissinen

Casting

Beatrice Kruger

Produzentin

Brigita Rozenbrika

Ausführende Produzenten

Michael Edelstein, Mauro Durant

eine Produktion von Factory, Firebird Production und No Reservations Entertainment

im Verleih von Salzgeber