On the Road – En el Camino
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On the Road – En el Camino

ein Film von David Pablos

Mexiko 2025, 93 Minuten, spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

On the Road – En el Camino

Veneno, ein Sexworker und Dealer auf der Flucht vor einer albtraumhaften Vergangenheit, hat die hypermaskuline Welt mexikanischer Fernfahrer zu seinen Jagdgründen erklärt. Hier trifft er auf den schweigsamen Muñeco, einen älteren Fahrer, der Veneno mitnimmt und ihn bei seinen Geschäften deckt – gegen einen Anteil, versteht sich. Auf den weiten Straßen Nordmexikos entwickelt sich aus erster Vertrautheit zwischen den Männern eine zärtliche Nähe. Doch die Gewalt, die das Leben beider bestimmt, begleitet ihre Reise auf jeder Meile.

Wie überleben Nähe und Liebe an Orten brutalster Dunkelheit? Basierend auf Erfahrungsberichten mexikanischer Fernfahrer führt „On the Road – En el camino“ sein Publikum in eine abgründige Welt verlorener Seelen, die teilweise ohne Gnade um ihren Platz auf den Highways Nordmexikos kämpfen. Ein provokanter, mitreißend emotionaler Film, in dem Sinnlichkeit und Gefahr untrennbar verbunden sind. Sehr sexy, sehr ehrlich – und bei aller Härte tief bewegend. In Venedig bekam Regisseur David Pablos für seinen kompromisslos queeren Thriller den Hauptpreis der Sektion Orizzonti sowie den Queer Lion.

Director's Statement
David Pablos über seinen Film

„On the Road – En el Camino“ porträtiert eine romantische Beziehung zwischen zwei Männern in der Welt der Fernfahrer und Highways, einer feindlichen und gefährlichen Umgebung, die von heteronormativen und hypermaskulinen Normen geprägt ist. Die Geschichte betrachtet das Ringen der Protagonisten darum, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Sie sind geprägt von einer Kultur des Machismo, die sowohl ihr soziales als auch ihr intimes Leben beeinflusst.
Mich reizte die Idee, eine Geschichte aus der Welt der Fernfahrer zu erzählen, die von Homoerotik geprägt ist, in der ihre einzigartigen Abenteuer, die visuelle Anziehungskraft dieser Umgebung und ihre Brutalität gezeigt werden – aber auch die Wärme, in jener Brüderlichkeit, die zwischen Männern auf der Straße entsteht. Ich denke, das ist ein passender Rahmen, um über Männlichkeit und Unterdrückung zu sprechen, und zwar anhand der beiden Hauptfiguren Veneno und Muñeco, gebrochenen Charakteren, die trotz aller Widrigkeiten Zuflucht bei einander finden.
Ich halte es für unerlässlich, auch im aktuellen Kontext weiterhin LGBTQ+-Filme zu drehen, da es im mexikanischen Kino immer noch so wenig Repräsentation gibt. Wir durchleben schwierige Zeiten im Kampf um Sichtbarkeit, und es ist immer noch selten, Projekte zu finden, die Andersartigkeit aus einer intimen und ehrlichen Perspektive heraus inszenieren – indem sie den Figuren mit Empathie und Respekt begegnen.

Interview

Was hat dich dazu gebracht diese Geschichte in der Welt der Fernfahrer anzusiedeln?

Die Idee entstand vor über zehn Jahren, als ich an einer Dokumentarserie über Lkw-Fahrer arbeitete. Ich lernte ihre Welt aus nächster Nähe kennen und war fasziniert – die unglaublich langen Fahrten, die Herausforderungen, denen sie sich aussetzen. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens auf der Straße und ich verstand, wieso viele von ihnen „süchtig“ werden nach diesem Lebensstil. Trotz der Schwierigkeiten sagen die meisten Trucker, dass es das bestmögliche Leben wäre, das sie führen können. In einem Land wie Mexiko, wo Highways gefährlich sein können und Gewalt eine ständige Bedrohung darstellt, müssen sie extrem wachsam sein. Bestimmte Strecken werden aktiv gemieden. Die Risiken sind einfach zu hoch. Dann ist da noch die Sucht: Da sie oft wochen- oder sogar monatelang ohne echte Pause unterwegs sind, nehmen viele Fernfahrer Abnehmtabletten und anderen Medikamente, um wach zu bleiben. Schlaflosigkeit ist weit verbreitet. Für manche gehört es leider einfach zum Alltag, eine ganze Woche lang ohne Schlaf auszukommen. Viele Lkw-Fahrer leben mit irgendeiner Art der Abhängigkeit. Es ist völlig normalisiert. Viele dieser Drogen werden in Straßenrestaurants verkauft, sogenannten Cachimbas.
Was mich auch beeindruckt hat, war das starke Gefühl der Brüderlichkeit, das unter den Fernfahrern herrscht. Sie helfen sich gegenseitig, passen aufeinander auf – sie bilden echte Bindungen auf der Straße. Es herrscht eine tiefe Kameradschaft, die ich sehr bewegend fand.
Derjenige, der mich in diese Welt eingeführt hat, war der Fotograf Luis García. Er ist schwul, sein Vater war Lkw-Fahrer. Seine homoerotische Art, diese hypermaskuline Welt zu inszenieren, hat mich sehr inspiriert.
Der abwesende Vater war ein wiederkehrendes Motiv in meinen früheren Filmen. In dieser Geschichte wollte ich das mit einer Liebesgeschichte zwischen zwei Männern verbinden in einer Welt der übertriebenen Performanz rigider Männlichkeit. Ich ergriff die Chance, durch ihre Beziehung eine umfassende Reflexion über Männlichkeit zu schaffen – eine Beziehung, die von emotionaler Leere und dem Bedürfnis nach Nähe geprägt ist.
Obwohl ich die Idee für die Geschichte vor über einem Jahrzehnt hatte, habe ich sie so lange beiseitegelegt, bis ich das Gefühl hatte, wirklich zu verstehen, wer die Figuren sind. In dieser Zeit habe ich weiter recherchiert, über Trucker gelesen, mich in ihre Welt vertieft, Zeit in Cachimbas verbracht und bin mit auf Tour gegangen. Herauszufinden, wie diese Erfahrungen in die Geschichte passen würden, war ein langer Prozess. Anfangs war es auch nicht leicht, Zugang zur verschlossenen Welt der Fernfahrer zu bekommen. Viele von ihnen zögern, mit Außenstehenden zu sprechen. Aber sobald ich ihr Vertrauen gewonnen hatte, erzählten sie mir von ihren Erfahrungen.
Ich wollte die rohe Sexualität in den Begegnungen dieser Männer darstellen – in Werkstätten, an Raststätten, in Straßenrestaurants. Sie zeigen, wer diese Männer sind und wer sie in einer Welt sind, die von Einsamkeit, Begierde und Überleben geprägt ist.

Die Welt von Veneno und Muñeco ist sehr prekär. Gewalt spielt zumindest unterschwellig immer eine Rolle.

Mein Interesse gilt nicht allein der Gewalt, sondern auch, wie wir in den letzten Jahren gelernt haben, mit ihr zu leben – insbesondere hier in Mexiko. Gewalttaten nehmen seit über einem Jahrzehnt zu. Auch im Alltag sind sie ein ständiger Begleiter. Mich fasziniert, wie jüngere Generationen – diejenigen, die in dieses Klima der Unruhen hineingeboren wurden – sich in einer Welt zurechtfinden, in der Brutalität zur Normalität geworden ist und das Grauen nahtlos in den Alltag übergeht. Mehr noch als die Gewalttaten selbst interessiert mich, wie die Gesellschaft sie wahrnimmt und verinnerlicht. Welche Geschichten werden erzählt, welche ignoriert? Die Welt der Fernfahrer bat mir eine spannende Perspektive, um diese harte Realität zu untersuchen. Sie erlaubte es mir, mich der Gewalt indirekt zu nähern, nicht als Spektakel, sondern durch die Textur gelebter Erfahrung. Der Film erforscht eine Realität, die viele lieber ignorieren würden, konfrontiert Zuschauer:innen jedoch nicht mit offener Brutalität – zumindest bis auf einen Moment. Die Gewalt bleibt außerhalb des Bildschirms, präsent in Andeutungen, in Spannungen, in den Geschichten und dem Schweigen der Fernfahrer. Wenn sie schließlich ausbricht, geschieht dies mit Absicht und steht in engem Zusammenhang mit einer umfassenderen Auseinandersetzung des Films mit Männlichkeit.
Mein Film zeigt die gelebte Wahrheit von Truckern, die durch von Gefahr und Angst geprägte Regionen Mexikos fahren. Obwohl der Ton des Films stilisiert und seine Welt sorgfältig konstruiert ist, ist sein Kern in der Realität verwurzelt – die emotionale und psychologische Landschaft, in der diese Männer leben, ist nicht fiktiv.
Was mich am meisten fasziniert und mich als Mexikaner tief beunruhigt, ist, wie abgestumpft wir geworden sind. Das Ausmaß der Gewalt wird nicht mehr korrekt wahrgenommen. Wir werden mit unaussprechlichen Dingen bombardiert – Geschichten, die uns bis ins Mark erschüttern sollten, aber kaum noch eine Reaktion hervorrufen. Gewalt ist Teil unserer kulturellen DNA geworden, und diese Abstumpfung ist ihre vielleicht erschreckendste Folge.

Wie betrachtet dein Film männliche Gewalt und toxische Männlichkeit?

Männliche Gewalt durchdringt jeden Winkel meines Films; sie ist keine Ausnahme, sondern die tägliche Realität aller meiner Figuren. Sie manifestiert sich in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Art und Weise, wie die Gesellschaft Männern vorschreibt, ihre Gefühle zu unterdrücken, und wie von ihnen erwartet wird, ihre Sexualität auszuleben. Diese Gewalt ist in die Kultur selbst verwoben, und ich wollte das aufdecken – es gewissermaßen satirisch darstellen und zeigen, wie toxische Männlichkeit das Leben aller Menschen, die damit in Berührung kommen, einschließlich der Männer, verzerrt.
Gleichzeitig karikiere ich die Männlichkeit – ihre absurden Grundlagen, ihr Vertrauen in hohle Ideale. Es gibt eine Szene zwischen Muñeco und einer Sexarbeiterin: Er verliert seine Erektion und wird immer verzweifelter, sie wiederzuerlangen. Seine Angst verstärkt sich, während er mit dem Druck kämpft, „Leistung zu bringen“. Was ein Mann zu sein bedeutet, hängt von einem willkürlichen, fragilen Standard ab. Es ist tragisch und absurd zugleich, wie sehr das männliche Ego von der Potenz und der wahrgenommenen Kraft des Penis abhängt. Ich mache mich über diese Fixierung lächerlich – wie komisch übertrieben und doch schmerzlich real sie ist. So viel von der männlichen Identität wird auf ein einziges Organ, eine einzige Funktion reduziert.
Wie gesagt, der Film verspottet und hinterfragt Männlichkeit gleichzeitig. Und dieser doppelte Ansatz wird für einige Zuschauer:innen zutiefst unangenehm sein.

Der Film zeigt die reale Gefahr, die homosexuelles Verlangen in der Welt der Fernfahrer bedeutet, stellt aber klar, dass das Problem weit verbreitet ist. Hat sich die Situation verändert, seitdem die Ehe für Alle 2022 in Mexiko in Kraft getreten ist?

Es ist wichtig, vielfältige Geschichten zu erzählen. In Mexiko gibt es davon immer noch zu wenige – oder zumindest nicht so viele, wie ich für notwendig halte. Natürlich haben sich die Dinge geändert und sich weiterentwickelt. In den meisten Teilen des Landes sind gleichgeschlechtliche Ehen mittlerweile legal. Aber trotzdem gibt es immer noch viel Homophobie und Transphobie.
Ich sage immer, dass trotz dieser Erfolge nichts in Stein gemeißelt ist. Die Dinge können sich zurückentwickeln – oder sogar noch schlimmer werden. Es gibt keine wirklichen Garantien. Deshalb ist es unerlässlich, die verschiedenen Facetten einer vielfältigen Gesellschaft auf der Leinwand abzubilden. Nicht nur jene Vielfalt, die hegemoniale Körper zeigt oder nur schöne Menschen aus privilegierten sozialen Schichten repräsentiert. Ich wollte eine andere Art der Homosexualität zeigen – die Art, die in Garagen, in Straßenrestaurants, in Truckstops existiert. Die Art, die oft unsichtbar bleibt.

Der Film überrascht mit verschiedenen Genreanleihen. Wieso mixt du Road Movie, Liebesgeschichte und Thriller?

Als ich dieses Drehbuch schrieb, dachte ich nicht an bestimmte Genres oder einen bestimmten Ton. Ich suchte nach der einzigartigen Stimme des Projekts, die eine Mischung aus vielen verschiedenen Tönen und Genres sein würde. Ich gab mir selbst die Freiheit, mich überall hinführen zu lassen, wohin mich die Geschichte führen wollte, und den Figuren zu folgen.
Es war das erste Mal, dass ich ohne bestimmte Vorgaben geschrieben habe – ich habe keinen Entwurf gemacht und wusste vorher nicht, wohin die Geschichte führen würde. Ich habe die Geschichte nach und nach entdeckt. Das hat mir großen Spaß gemacht.

Wie hast du den Film besetzt?

Das Casting war schon immer einer meiner Lieblingsaspekte beim Filmemachen.
Von Anfang an wusste ich, dass ich mit Eduardo Giralt als Casting Director zusammenarbeiten wollte. Er hat ein bemerkenswertes Auge – nicht nur für ausdrucksstarke Gesichter, sondern auch für unverwechselbare Persönlichkeiten.
Angesichts des Wesens des Films, war mir klar, dass ich hauptsächlich mit Laien arbeiten würde. Veneno zu besetzen war dabei besonders schwierig. Die Figur erforderte nämlich ganz bestimmte Eigenschaften. Wir konzentrierten unsere Suche auf die Vororte von Ciudad Juárez, einer Grenzstadt im Norden Mexikos, wo viele Gemeinden stark von Gewalt betroffen sind. Wir suchten einen jungen Mann, offen schwul, in einem Umfeld, in dem viele Männer aufgrund von Gewalt und Unsicherheit ihre Sexualität nicht offen leben können. Es war ein langer und heikler Prozess, der etwa fünf Monate dauerte.
Ursprünglich wollte ich einen echten Lkw-Fahrer für die Rolle Muñecos casten. Aber mir wurde schnell klar, dass es aufgrund der unvorhersehbaren Arbeitszeiten fast unmöglich sein würde. Ich hatte zwei unglaublich vielversprechende Laien für die Rolle. Leider klappte es mit beiden aus unterschiedlichen Gründen nicht: Der eine wurde inhaftiert, der andere, hatte mit einer Crystal-Meth-Sucht zu kämpfen und verschwand.
An diesem Punkt wurde mir klar, dass ich einen professionellen Schauspieler brauchte – jemanden, der die fiktionale Welt des Films erden und als kreativer Anker für den Rest der Besetzung, insbesondere für die nicht professionellen Schauspieler:innen, dienen konnte. Da kam Osvaldo ins Spiel. Ich hatte ihn vor Jahren in Sonora kennengelernt, und aus irgendeinem Grund kam er mir immer wieder in den Sinn – ich glaube, meine Intuition hat mich zu ihm geleitet. Interessanterweise hatte auch Eduardo ihn im Sinn. Wir holten ihn also dazu. Er war die perfekte Wahl für Muñeco.
Wir vereinbarten ein letztes Vorsprechen mit Osvaldo und Víctor, dem Schauspieler von Veneno, weil ich sehen wollte, wie sie miteinander harmonieren. Und als ich sie zusammen sah, änderte sich alles. Ihre Dynamik verlieh den Figuren eine neue Dimension, und von diesem Moment an war ich von ihrer Besetzung unumstößlich überzeugt.
Bevor die Dreharbeiten begannen, arbeiteten wir anderthalb Monate lang zusammen. Es war wichtig, dass sie sich aufeinander verlassen konnten, Vertrauen aufbauen und offen miteinander und mit mir umgehen. Ich glaube, dass diese Verbindung im Film sichtbar ist; sie verleiht der Geschichte eine Fluidität und emotionale Tiefe, die nur bei einer echten menschlichen Beziehung entsteht.
Der Casting-Prozess selbst war eine schöne Erfahrung. Wir nahmen uns Zeit, um uns wirklich mit jeder Person auseinanderzusetzen, die zu uns kam – mit jedem Einzelnen, der das Vertrauen und den Mut hatte, sich vor unserer Kamera verletzlich zu zeigen. Eduardo bat jeden potenziellen Schauspieler, uns seine Lebensgeschichte zu erzählen. Für mich als Regisseur ist es unerlässlich zu verstehen, wer vor der Kamera steht – welche Lebenserfahrungen ihn geprägt haben. Diese Elemente werden nicht nur zu ihren Werkzeugen beim Spielen vor der Kamera, sie helfen mir auch zu verstehen, wie wir uns menschlich aufeinander einlassen können.
Ich glaube, dass eine menschliche Verbindung die Grundlage jedes erfolgreichen Arbeitsprozesses ist.

Und wie verlief die Suche nach den Drehorten?

Die Sicherung unserer Drehorte war einer der schwierigsten Aspekte der Produktion.
Wir drehten an Orten, die aktiv genutzt werden – Orte, die einen eigenen Rhythmus haben, ihre eigenen Menschen mit eigener Realität, die über unseren Drehplan hinausgehen –, sodass wir uns ständig an das Leben und die Dynamik jedes einzelnen anpassen mussten. Jeder einzelne Ort brachte einzigartige Schwierigkeiten mit sich.
Die Cachimbas waren aber ohne Zweifel die größte Herausforderung. Das sind Raststätten am Straßenrand. In vielen Fällen werden dort Drogen verkauft – auch dort, wo wir filmen wollten. Nicht alle Cachimbas sind gleich, aber diejenigen, mit der für den Film richtigen Atmosphäre, wurden von kriminellen Gruppen kontrolliert. Wir mussten also um Erlaubnis bitten, an diesen Orten sein zu dürfen, wo rund um die Uhr Drogenhandel stattfindet.
Ursprünglich hatten wir zwei Cachimbas im Auge. Aber nach einiger Zeit wurden wir bedroht und uns wurde gesagt, dass wir dort nicht mehr filmen dürften – laut den Leuten, die diese Orte kontrollieren, sei das schlecht fürs Geschäft. Das geschah zwei Wochen vor dem geplanten Drehtermin. Aus Sicherheitsgründen mussten wir also nach einem langen Arbeitstag in einen anderen Teil des Bundestaates Chihuahua reisen, um neue Drehorte zu scouten.
Solche Situationen kamen während der Dreharbeiten immer wieder vor. Es gab mehrere Fälle, in denen ein zuvor gesicherter Drehort über Nacht plötzlich unsicher wurde und wir schnell reagieren mussten – improvisieren, Anpassungen vornehmen, vor Ort alternativen finden. Es gab Momente, in denen wir wussten, dass wir in risikoreichen Umgebungen drehten. Die Sicherheit der Crew und der Darsteller:innen waren aber immer unsere oberste Priorität. Immer wenn wir Gefahr wahrnahmen, entschieden wir uns für einen Drehortwechsel. Somit wurden Flexibilität und Reaktionsfähigkeit zu einem wesentlichen Bestandteil unseres Arbeitsprozesses.

Biografien

DAVID PABLOS (Regie, Buch) ist ein mexikanischer Regisseur und Autor. Er wurde 1983 in Tijuana, Baja California, im Norden Mexikos geboren. Sein Filmstudium schloss er an dem von Luis Buñuel gegründeten Centro de Capacitación Cinematográfica in Mexico City ab, wo er außerdem ein Drehbuchstipendium erhielt. Sein Abschlussfilm „La canción de los niños muertes“ wurde 2008 beim Internationalen Filmfestival Morelia als Bester Fiktionaler Kurzfilm ausgezeichnet und im Anschluss in Cannes bei der Woche der Kritik gezeigt. Nach zwei Dokumentarfilmen und der TV-Serie „20 y más por el arte“ (2013) veröffentlichte er mit „La vida después“ sein Spielfilmdebüt, welches 2013 in Venedig Premiere feierte. Sein nächster Spielfilm „The Chosen Ones“ etablierte David Pablos international als Regisseur. Im Wettbewerb lief er unter anderem in Cannes, Donostia/San Sebastián, Zürich und Stockholm. Außerdem wurde er mit fünf Ariel Awards, unter anderem als Bester Film, ausgezeichnet. Sein neuester Film „On the Road – En el Camino“ prämierte 2025 in Venedig und wurde dort mit dem Queer Lion und dem Venice Horizons Award ausgezeichnet. Er ist Mitglied des National System of Art Creators in Mexiko und der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood.

Filmografie als Regisseur (Auswahl)

  • 2008

    „La canción de los niños muertes“ (KF)

  • 2010

    „Una frontera, todas las frontera“ (Dok.)

  • 2013

    „20 y más por el arte“ (TV, Serie)

  • 2013

    „La vida después“

  • 2015

    „The Chosen Ones“

  • 2015

    „La Pascualita“ (KF)

  • 2016

    „Take It Out of Me“ (KF)

  • 2020

    „Der Ball der 41“

  • 2020

    „On the Road – En el Camino“

VÍCTOR MIGUEL PRIETO (Veneno) wurde 2001 geboren und stammt aus Ciudad Juárez. Er arbeitet als Elektromechaniker. Seine Schauspielkarriere begann, als er seinen Partner zu einem Casting begleitete. Obwohl er eigentlich nur als Unterstützung dabei war, wurde er nach mehreren Castingrunden selbst für die Rolle besetzt. Während dieses Prozesses nahm er Schauspielunterricht und entdeckte seine Leidenschaft fürs Schauspiel. Sein Debütfilm „On the Road – En el Camino“ prämierte bei den Filmfestspielen von Venedig.

OSVALDO SÁNCHEZ (El Muñeco) wurde 1979 in Mexicali, Baja California, geboren und wuchs in Hermosillo im Bundesstaat Sonora auf, wo er Design studierte. An der Universidad de Sonora schloss er außerdem seine Schauspielausbildung ab. Als Schauspieler hat er in über 100 Theaterproduktionen mitgewirkt, unter anderem in der Compañía Teatral del Norte unter der Führung von Sergio Galindo Sánchez. Für sein Spiel in dem Stück „Arlequino“ erhielt er 2011 die Auszeichnung als Bester Schauspieler beim Festival Internaccional de Teatro Universitario. Als Filmschauspieler ist er unter anderem in „Loving South“ (2017), „Buy Me A Gun“ (2018), „Pedro Páramo“ (2024), „Underdog“ (2024) und „On the Road – En el Camino“ zu sehen.

Credits

Crew

Regie & Buch

David Pablos

Kamera

Ximena Amann

Ton

Miguel Mata

Schnitt

Jonathan Pellicer, Laurent Chassaigne

Szenenbild

Belén Estrada

Musik

Andrea Balency-Béarn

Produzent:innen

Inna Payán, Luis Salinas, Diego Luna, Enrique Nava

Cast

Veneno

Víctor Miguel Prieto

El Muñeco

Osvaldo Sanchez

Eine Produktion von Animal de Luz Films und Producciones Año Bisiesto
in Koproduktion mit La Corriente del Golfo, The Maestros Cine, EFD und Terminal Films

im Verleih von Salzgeber