Ninja Motherf*cking Destruction
Ab 16. Juli im Kino

Ninja Motherf*cking Destruction

ein Film von Lotta Schwerk

Deutschland 2025, 79 Minuten, deutsche Originalfassung

FSK 12

Ninja Motherf*cking Destruction

Mit 18 sind die besten Freundinnen Leonie und Marlene sich sicher, dass nichts sie trennen kann. Doch Leonie verliebt sich in Naomi, gibt sich ganz ihrer ersten großen Liebe hin und entfernt sich immer weiter von ihrer besten Freundin. Naomis depressive Schübe jedoch überfordern Leonie zunehmend. Als ihre Beziehung scheitert, merkt Leonie, wie sehr sie sich isoliert hat. Sie verlässt Berlin, beginnt eine Ausbildung und versucht die Welt um sich herum zu ordnen. Doch auch Jahre später fehlt jemand in ihrem Leben: Marlene.

Was macht meine Identität aus? Und wem muss ich sie beweisen? Als filmische Langzeitstudie angelegt, ist „Ninja Motherf*cking Destruction“ ein wildes und ungefiltertes Porträt eines queeren Erwachsenwerdens – überbordendes Gefühlschaos inklusive. Nach acht Jahren Drehzeit und ohne Förderung oder Filmschule im Hintergrund ist Regisseurin Lotta Schwerk mit ihrem Langfilmdebüt die intensive, immer authentische Chronik einer Jugend gelungen. Dafür gab es beim Festival Achtung Berlin den Preis für die Beste Regie und das Beste Schauspiel!

Trailer

Director's Statement
Lotta Schwerk über ihren Film

Als ich 2017 begann, diesen Film zu drehen, sehnte ich mich nach einem Raum im Kino, in dem ein junger weiblicher oder queerer Körper ohne den männlichen Blick aufwachsen kann. Die Zeit zwischen 18 und 25 ist eine verletzliche Zeit. Und natürlich sehen wir auf der Leinwand viel junge Weiblichkeit, aber unsere Körper werden oft entblößt und benutzt, bevor wir sie überhaupt selbst verstehen. Bisexualität und queere Frauen im Allgemeinen werden oft skandalisiert und rein sexuell dargestellt. Und selbst junge Frauen, die mit psychischen Krankheiten zu kämpfen haben, werden als leidende, geheimnisvolle sexy Puppen dargestellt.

“Ninja Motherfucking Destruction” ist ein Film über Intimität, über Sexualität und über Körper, die sich über 8 Jahre hinweg verändern. Und über das liebevolle, schmerzhafte, ambivalente Beziehungsnetz zwischen (queeren) Frauen.
In gewisser Weise war es vielleicht eine Stärke, dass dieser Film wirklich ohne Geld, ohne Filmschule, ohne Autorität gemacht wurde. Wir sind unserer Intuition gefolgt. Auf diese Weise konnten wir unsere Referenzen auswählen und einen Film machen, der uns ermächtigt und unsere Geschichten wahrheitsgemäß erzählt.

Mit „Ninja Motherfucking Destruction“ möchte ich Raum schaffen für die gängige queere Erfahrung, in einem sehr jungen Alter eine Beziehung einzugehen, in der psychische Erkrankungen auf einer oder beiden Seiten eine große Rolle spielen. Meine Figuren versinken jedoch nicht in ihrem Leid, sondern führen ihr Leben selbstbestimmt und zuversichtlich.
Leonie ist eine moderne, queere Frau, die ihr Glück weder in der Liebe noch in ihrer Karriere findet. Sie findet es in der Freund:innenschaft.

Mit 18 konnte ich mir kaum vorstellen, wie es sich anfühlen würde 19, 20 oder sogar 25 zu sein. Daher habe ich jedes Jahr vor dem Dreh ein neues Drehbuch für den kommenden Drehzeitraum geschrieben. Dieser direkte Bezug zwischen meinem Alter und dem Alter der Hauptfigur macht dieses Projekt so besonders. Die Gefühle und Erfahrungen meines jeweiligen Alters werden im Film direkt widergespiegelt.

Nicht nur die visuellen Veränderungen der Menschen vor der Kamera werden dokumentiert, sondern auch unser filmisches Können und unsere Einflüsse als Gruppe. Die Komparserie-Inszenierung wird detaillierter, die Tränen der Hauptdarstellerin dicker, das Schärfeziehen kontrollierter. Während Corona feiern wir in der Hasenheide zusammen, wo dann auch unsere Hauptfigur nach ihrer Trennung alleine tanzt. Die Produktionsassistenz fängt eine Gärtnerinnenlehre an und so fängt unsere Hauptfigur dieselbe Ausbildung an. Wir diskutieren über unsere Freund:innenschaften und Beziehungen und ergreifen mal für die eine, mal für eine andere Figur Partei.

Und ich bin wirklich überrascht, dass das tatsächlich funktioniert hat und wir uns seit 2017 jedes Jahr wieder getroffen haben und diesen Film immer wieder gemacht haben – egal, wohin die Leute gezogen sind, wie sich unser Leben verändert hat oder ob es eine Pandemie gab. Das war wirklich nur möglich, weil wir ein sehr solidarisches Team waren: Mit der Zeit haben wir einen intimen Arbeitsraum entwickelt, in dem Queerfeminismus, Intuition und Feedback im Vordergrund stehen.

Biografien

LOTTA SCHWERK (Regie & Buch, Produktion) drehte ihren ersten Kurzfilm im frühen Teenageralter und ließ schnell weitere Projekte folgen, die auf verschiedenen Festivals mit Preisen ausgezeichnet wurden. Seit 2018 kuratiert und moderiert sie ebenfalls Filmfestivals, darunter die Jugendfilmfestivals YOUKI und Interfilm/KUKI. Seit 2019 arbeitet sie auch als Regieassistentin für Film- und Fernsehproduktionen. Als Filmemacherin sammelte sie Erfahrungen unabhängig von Filmhochschulen, was zu ihrem über acht Jahre gedrehten Spielfilmdebüt „Ninja Motherf*cking Destruction“ führte.

FION MUTERT (Kamera) begann in seiner Jugend mit Lotta Filme zu drehen. 2020 lief sein Debütspielfilm “Nackte Tiere” (Regie: Melanie Waelde) auf der Berlinale in der Sektion Encounters. Für seine Arbeit wurde er für den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Beste Bildgestaltung nominiert. Im Jahr 2023 war er Teil der Internationalen Jury bei Berlinale Generation. Er studiert Bildgestaltung/Kamera an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

CARLOTTA SAUMWEBER (Set Manager) arbeitet, seitdem sie 15 ist, in ihrer Freizeit an Filmprojekten mit. Sie ist dabei maßgebend für die Organisation, Koordination und Verpflegung zuständig. Schon von Beginn an machte sie es sich zur Aufgabe, dass Produktionen nachhaltig, umweltschonend und teamfreundlich sein müssen. 2023 schloss sie ihre Ausbildung zur Gemüsegärtnerin ab, seitdem studiert sie Umweltwissenschaften in Lüneburg.

LISA-MARIE LUTZ (Post-Producerin) ist eine in Berlin lebende Produzentin. Ihren Zugang zum Film fand sie über das Schreiben – 2015 wurde sie Teil des Young Writer’s Room Programms am Deutsch-Amerikanischen Institut Heidelberg. Ihre ersten Set-Erfahrungen machte sie in der Requisite, dann als Produktionsassistentin, Set-Aufnahmleiung und Regieassistenz. Zwischen 2017 und 2021 arbeitete sie als Teamassistentin bei der maz&movie GmbH Berlin. 2021 begann sie ein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Ihr Fokus als Filmemacherin und Producerin liegt auf queerfeministischem Filmemachen.

LYDIA LEERSTELLE (Co-Editorin) schmiss nach dem Sendeschluss von VIVA Zwei ihren Fernseher weg und studierte Filmwissenschaft, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Sie übernimmt Videografie, Regie und Montage selbst organisierter Musikvideos und hält sich seit 2016 im Theaterkollektiv „Girl to Guerilla“ vor dem Sachzwang versteckt. Im Kollektiv entstanden Kurzfilme, Trailer, Live-Video- und Soundperformances. 2021 begann sie, Montage, Bild und Ton an der DFFB zu studieren, und arbeitet seitdem als Schnittassistentin und freie Editorin für allerlei Formate.

ASTRID HOHLE-HANSEN (Sound Designerin) wurde 1996 in Dänemark geboren. Sie arbeitete zuvor in der dänischen Filmindustrie, zog aber 2021 nach Berlin, um an der DFFB Ton und Schnitt zu studieren.

Nachdem ANDREA GÓMEZ (Coloristin) ihre Heimatstadt Buenos Aires und ihre Arbeit als DoP hinter sich gelassen hatte, begann sie eine Karriere als Coloristin. Seitdem hat sie mehrere Werbespots für bekannte Marken koloriert und mit Regisseuren wie Akinola Davis Jr. und Sam Templeton gearbeitet. 2020 wurde der von ihr bearbeitete Film „Neubau“ mit dem Max-Ophüls-Preis als Bester Spielfilm ausgezeichnet.

EMMA SUTHE (Leonie) spielte schon als Kind in verschiedenen Tanztheater- und Musical-Produktionen. Während ihres Schauspielstudiums an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ spielte sie am Neuen Theater Halle. Bis 2024 war sie Ensemblemitglied am Staatstheater Meiningen und wechselte danach an das Badische Staatstheater Karlsruhe.

MARIE TRAGOUSTI (Naomi) gab ihr Kinodebüt in Melanie Waeldes „Nackte Tiere“, der auf der Berlinale 2020 in der Sektion Encounters Weltpremiere feierte. Seitdem war sie unter anderem in „Drifter“, „Touched“ und „Solastalgia“ zu sehen. 2022 begann sie, an der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM) Regie und Drehbuch im Dokumentar- und Spielfilmbereich zu studieren.

MERLE VON MACH (Marlene) machte ihre ersten Schauspielerfahrungen in einem Schultheaterprojekt. Seitdem steht sie sporadisch für befreundete Filmschaffende vor der Kamera. „Ninja Motherf*cking Destruction“ ist ihr Langfilmdebüt. Im Jahr 2019 begann sie, Kunstgeschichte und Französische Philologie an der Freien Universität Berlin zu studieren.

YILDIZ TIRYAKIOGLU (Luca) sammelte erste Schauspielerfahrungen in der Schulzeit. Für „Ninja Motherf*cking Destruction“ stand sie das erste Mal vor der Kamera. 2023 beendete sie ihr Studium in Kindheitspädagogik in Berlin. Seitdem arbeitet sie für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik.

Credits

Crew

Regie & Buch

Lotta Schwerk

Kamera

Fion Mutert

Post Producerin

Lisa-Marie Lutz

Co-Editorin

Lydia Leerstelle

Sound Designerin

Astrid Hohle-Hansen

Coloristin

Andrea Gómez

Set Manager

Carlotta Saumweber

Produzentin

Lotta Schwerk

Cast

Leonie

Emma Suthe

Naomi

Marie Tragousti

Marlene

Merle von Mach

Luca

Yildiz Tiryakioglu

Eine Produktion von Lotta Schwerk
gefördert durch Homosexuelle Selbsthilfe

im Verleih von Salzgeber

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