Sorry Angel

ein Film von Christophe Honoré

Frankreich 2018, 132 Minuten, französische OF mit deutschen UT

FSK 16

mit Vincent Lacoste, Pierre Deladonchamps, Denis Podalydès u.a.

Sorry Angel

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques ist Mitte 30, teilt sich das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn Louis mit dessen leiblicher Mutter und versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der gerade beginnt, sich von den Fesseln der Provinz zu befreien. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den geheimnisvollen Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde …

Christophe Honoré zählt seit seinen Kritikerlieblingen „Meine Mutter“ (2004) und „Chanson der Liebe“ (2007) zu den aufregendsten europäischen Regisseuren seiner Generation. Sein neuer Film, der im Wettbewerb von Cannes uraufgeführt wurde, ist ein intimes und generationenübergreifendes Zeitstück über das Leben in der Pariser Bohème in der Hochphase der Aids-Krise. In den Hauptrollen glänzen mit Pierre Deladonchamps („Der Fremde am See“) und Vincent Lacoste („Jungs bleiben Jungs“) zwei Hoffnungsträger des jungen französischen Kinos.

Ein zärtlicher und zutiefst berührender Film über körperliche und intellektuelle Verführung, übers Jungsein und Altwerden, über die große Liebe und den Mut, bis zuletzt seinen Gefühlen zu folgen.

Trailer

Interview
Christophe Honoré über seinen Film

Wie könnte man die Geschichte und das Thema des Films zusammenfassen?

Es geht um eine erste Liebe und eine letzte Liebe. Um einen Eintritt ins Leben und einen Abschied vom Leben, erzählt in Form einer einzigen Liebesgeschichte zwischen Arthur, einem jungen Mann aus der Kleinstadt, und Jacques, einem Schriftsteller, dessen Leben sich dem Ende zuneigt. Der Film zielt darauf ab, diese beiden Gefühle miteinander zu verbinden: jugendlicher Elan und Selbstaufgabe. Die besagte Liebesgeschichte löst zweierlei aus: einerseits Arthurs Eintritt in das Leben, andererseits Jacques‘ Lebensende. Möglicherweise hätte Jacques ohne diese Liebe länger gelebt, denn er wird überwältigt von dem Gedanken, dass seine Aids-Erkrankung ihn untauglich für diese Liebe macht, dass er nicht mehr in der Lage ist, sie auszukosten. Ich glaube, das wahre Thema des Filmes liegt in den gegensätzlichen Auswirkungen der Liebe. Es ist also keine Geschichte über eine unmögliche Liebe, sondern über ein unmögliches Leben.

Ist diese Geschichte für Sie persönlich von besonderer Bedeutung?

Es ist immer ein bisschen gefährlich, im Nachhinein nach persönlichen Erklärungen zu suchen, denn im Grunde gibt es immer ein Geflecht von Gründen oder Motiven, die einen veranlassen, eine Geschichte zu schreiben. Sagen wir es mal so, nach zwei Literaturadaptionen, Ovid und Comtesse de Ségur, wollte ich zu einer Form des Realismus zurückkehren, bei der die Geschichte in der Ich-Form erzählt wird: dem Realismus des Erfahrungsberichts. Mein ursprünglicher Wunsch war aber, etwas komplett Eigenständiges zu machen.
Andererseits wollte ich die 90er-Jahre wiederaufleben lassen. Ich wollte mithilfe einer fiktiven Geschichte den Studenten, der ich damals war, und den Schriftsteller, dem ich zu gerne begegnet wäre, den ich aber niemals kennengelernt habe, lebendig werden lassen. Scheinbar wie von selbst fing ich an, Hervé Guibert, Bernard-Marie Koltès, Pier Vittorio Tondelli und Jean-Luc Lagarce nochmal zu lesen … Alle möglichen Geschichten, die mit Aids zu tun haben oder sich damit auseinandersetzen. Ich wurde von einer mächtigen und wunderbaren Schreibwut gepackt, von etwas, das genauso gut einen Roman hätte hervorbringen können, da ich mir zum damaligen Zeitpunkt noch keinerlei Gedanken zur Inszenierung machte. Dadurch war das Schreiben ein sehr lebendiger, rasanter Prozess: fünf oder sechs Wochen insgesamt. Zudem flossen die Figuren Jacques und Arthur allmählich ineinander: Sie sind mehr oder weniger dieselbe Person an zwei verschiedenen Zeitpunkten im Leben. Für den Jüngeren ist der Ältere ein Vorbild, eine Art Ziel. In Jacques‘ Augen ist Arthur ein Wachrufen seiner eigenen Jugend, beinahe eine Erinnerung.

Ein Motor des Films scheint aber auch der Wunsch nach Wiedergutmachung zu sein.

Wahrscheinlich spielt das mit hinein … ebenso wie der Wunsch nach Trost. Ich gehöre zu einer Generation von Künstlern und Schwulen, für die es äußerst heikel und kompliziert ist, über das Thema Aids zu sprechen. Denn ohne Zweifel mussten zuerst die Stimmen der an Aids Erkrankten gehört werden, bevor Leute wie ich darüber sprechen konnten, die zwar Zeugen, aber nicht selbst betroffen waren. Das hatte Priorität. Es musste etwas Zeit vergehen. Dadurch entstand eine Pause, bevor man es wagte, darüber zu reden.
Noch heute bin ich untröstlich über den Tod von Leuten, die ich gekannt habe, und über den Tod all jener, denen ich nie begegnet bin, die ich aber zu gerne kennengelernt hätte und die mich immer noch inspirieren. Sie haben in mir die Leidenschaft für das Kino und die Literatur geweckt, dennoch konnte ich mir nie vorstellen, dass ich ihnen eines Tages nachfolgen oder ihnen auch nur begegnen würde. Noch heute habe ich das Gefühl, dass es in meinem Leben eine Leerstelle gibt. Ich möchte sie mit diesem Film nicht füllen, denn die Mühe wäre vergeblich, vielmehr möchte ich sie anhand einer Fiktion wachrufen und es mir gleichzeitig ermöglichen, eine nie gewesene Begegnung stattfinden zu lassen.
Die Tatsache, dass diese Künstler nicht mehr unter uns sind, ist sehr schmerzhaft für mich. Es ist grausam, dass es keine neuen Bücher von Guibert gibt, keine Filme mehr von Demy, keine Filmkritiken von Daney, über die Filme von heute … Aber es hemmt mich auch in meiner Arbeit als Filmemacher und Schriftsteller. Jeder Filmemacher, jeder Künstler verspürt irgendwann den Wunsch zu erkennen, wo seine Wurzeln sind, und seine Väter zu finden, ohne zu behaupten, dass er irgendetwas von ihnen geerbt hätte. Sicher, wir können uns frei äußern, aber wir sind schutzlose Waisen.

Die Rekonstruktion setzt sich aus einer Vielzahl von Zitaten und kulturellen Referenzen zusammen und spielt vor einer üppigen Kulisse mit viel Musik, vielen Songs, Filmen, Büchern und Postern.

Die Rekonstruktion der 90er bedeutet, eine Ära zu bearbeiten, die noch nicht vorbei ist, was wesentlich schwieriger ist, als etwa die Kostüme des 18. Jahrhunderts nachzubilden. Beim Produktionsdesign waren wir uns einig, dass wir eine Zeit abbilden wollen, ohne sie zu rekonstruieren. In diesem Zusammenhang erweisen sich kulturelle Bezüge als äußerst nützlich. Die Zitate, die Filme, die in SORRY ANGEL evoziert werden, und selbst die Büchertürme in den Zimmern stammen direkt aus meiner Jugend. Ich glaube sehr stark daran, dass unser Empfinden und unser Denken von den Büchern, die wir gelesen haben, von den Liedern, die wir gehört haben, und von den Filmen, die in unserem Leben eine Rolle gespielt haben, geprägt werden. Durch diese Momente des Wiedererkennens, hat der Film beim Zuschauer einen Proustischen Effekt auf die Erinnerung und die Madeleines, die jeder von uns in sich birgt.
Statt mir die Mühe zu machen, die Filmsets detailgetreu zu rekonstruieren, indem ich all die Autos und andere notwendige Details herbeizaubere, ist es mir gelungen nachzuweisen, dass ein Buch, ein Poster oder eine Musik einen wesentlich interessanteren Effekt auf die Inszenierung haben kann. Für mich sind die 90er-Jahre eine Zeit, die noch nicht vorbei ist. Ich finde es ehrlich gesagt schwierig zu akzeptieren, dass 20 oder 25 Jahre vergangen sind, und schaffe es immer noch nicht, die lebhaften Eindrücke aus der Zeit mit dieser Distanz, die mir ungeheuerlich erscheint, in Einklang zu bringen. Ich frage mich oft, warum diese Abende meiner Jugend lebendiger in mir klingen, als alles, was danach kam. Auch das versucht der Film einzufangen und zu erzählen.

Der Film ist stark sexualisiert und sinnlich, dabei aber nicht exzessiv sexuell. Wie haben Sie sich diesen körperlichen Liebesszenen während der Dreharbeiten genähert?

Während der Dreharbeiten zu „Meine Mutter“ glaubte ich naiverweise, ich könne an der Art, wie ich Sexszenen drehe, etwas über mich als Regisseur erfahren. Und bei „Meine Mutter“ wurde ja täglich eine gedreht! Diese Situationen stellten mich derart auf die Probe, setzten mich unter eine solche Anspannung und vereinnahmten mich dermaßen, dass es eine ganze Weile gedauert hat, bis ich mich davon erholt hatte, weil sie mir tief im Inneren unendlich peinlich waren. Alle meine folgenden Filme, „Das schöne Mädchen“, „Chanson der Liebe“ und „Dans Paris“, waren sehr keusche, um nicht zu sagen prüde Filme.
Das Verlangen kehrte dann allmählich zurück. Besonders während der Dreharbeiten zu „Métamorphoses“ konnte ich mich von diesen Ängsten befreien. Bei SORRY ANGEL war Pierre Deladonchamps, der die Figur des Jacques spielt, ein zuverlässiger Verbündeter. Für einen männlichen Schauspieler geht er sehr ungezwungen mit Nacktheit um. Vincent war natürlich etwas verunsichert, da er noch nie dieser Art von Situation, in der er sehr stark das Objekt der Begierde repräsentiert, ausgesetzt war. Heute beunruhigen mich solche Momente weniger, ich drehe die Szenen in wenigen Takes, reduziere die Crew auf ein Minimum und spiele die Szene vorab selbst durch, um sie den Schauspielern zu erklären. Insgesamt geht der Film sehr zart mit dem Thema Sexualität um, sinnlich und intim, aber ohne jegliche Virtuosität.

Wie haben die beiden Hauptdarsteller sich ihre Figuren erarbeitet?

Vincent Lacoste ist zwar sehr jung, aber kein Neuling. Er bricht komplett aus dem französischen Naturalismus aus. Er besitzt eine besondere Anmut, mit der er der Figur Arthur und den Dialogen Leben einhaucht. Als ich ihn kennenlernte, entdeckte ich in ihm einen sensiblen Menschen, einen wahren Filmkenner mit einem tiefen Hang zur Literatur. Er passt in kein Klischee.
Pierre, in der Rolle des Jacques, hat mich wirklich sehr beeindruckt. Er besitzt eine Flexibilität, eine unglaubliche Formbarkeit, fast schon Hingabe, die man normalerweise bei Schauspielerinnen antrifft, selten bei Männern. Dieses absolute Vertrauen in einen Film ist für einen Regisseur sehr kostbar und sehr berührend.
Ich bin auch froh darüber, dass der Film bestimmten Schauspielern den Sprung auf die große Leinwand ermöglicht hat. Ich denke da an Adèle Wismes (Nadine), die alles mitbringt, um im französischen Kino schnell unverzichtbar zu werden, Luca Malinowski (Stéphane), in den sich die Kamera sofort verliebt hat, oder Thomas Gonzales (Marco), der viel fürs Theater arbeitet und Vorbehalte gegen das Kino hatte. Ich denke, dass es für alle drei ein erfolgreicher Einstieg ist. Und schließlich hatte ich die Chance, mit Denis Podalydès zu arbeiten, was ein lang gehegter Traum von mir war. Seine Kraft und Intelligenz verleihen jeder Szene schauspielerischen Glanz. Er hat das Talent, der Fiktion durch seine unvorhersehbare Spielweise zur Hilfe zu kommen.

Würden Sie sich nach beinahe 20 Arbeitsjahren in Ihren beiden Lieblingsbereichen als Autor oder eher als Filmemacher bezeichnen?

Ich würde sagen, ich suche eher nach Unausgewogenheit statt Ausgewogenheit zwischen diesen beiden Arbeitsfeldern. Mir gefällt die Vermischung. Wie allen französischen Filmemachern macht auch mir die unmittelbare Zukunft der Produktionsbedingungen in diesem Land nicht gerade Mut. Der Filmstil, den ich vertrete, verliert scheinbar in den Augen der Geldgeber und vielleicht selbst der Zuschauer stetig an Wert. Das Theater, Opernproduktionen und das Schreiben bieten da beruhigendere Aussichten.
Ich bin gelernter Filmemacher und meine Identität ist wahrscheinlich mehr im Film verwurzelt. Selbst meine Beziehung zur Literatur steht ganz eindeutig mit dem Kino in Verbindung. Ich bin ein Filmemacher, der nach anderen Wegen sucht, Filme zu machen.
Die Sorge, eines Tages keine Filme mehr machen zu können, beschäftigt alle Filmemacher, aber nicht generell, sondern stets aus ganz intimen und persönlichen Beweggründen: Warum drehe ich weiterhin Filme? Warum ist keiner davon absolut zufriedenstellend? Weshalb gelingt es keinem Film, das Verlangen eines Filmemachers, ein Filmemacher zu sein, zu stillen? Es gibt da eine Frage, die ich mir häufig stelle: Wird es je einen Moment geben, wo ich mit meinem Kino und dem fertigen Film vollkommen zufrieden bin, oder verstärke ich lediglich von Film zu Film meine Unzufriedenheit, stets darauf hoffend, dass es mir mit dem nächsten gelingt, irgendetwas zu erreichen?

Galerie

Biografien

Christophe Honoré (Regie & Buch) wurde 1970 im bretonischen Carhaix geboren und wuchs in Rostrenen auf. Nach dem Studium der modernen Literatur und dem Besuch der Filmschule von Rennes zog er 1995 nach Paris und wurde Kolumnist bei verschiedenen Zeitschriften, darunter auch für die Cahiers du Cinéma.
In den 90er-Jahren veröffentlichte er mehrere Bücher für Jugendliche. Darin beschäftigte er sich oft mit eher schwierigen und „erwachsenen“ Themen. „Tout contre Léo“ (1995) etwa verhandelte den Umgang von Homosexualität und HIV/Aids in der Familie. Später folgten vier Romane in dem renommierten französischen Verlag Les Éditions de l’Olivier. Im Herbst 2017 veröffentlichte er seinen bislang letzten Roman „Ton père“ bei Le Mercure de France.
Honoré war zunächst Co-Autor diverser Drehbücher anderer Regisseure, ehe er 2002 seinen ersten eigenen Spielfilm drehte. „Dix sept fois Cécile Cassard“ wurde prompt in Cannes in der Sektion Un Certain Regard gezeigt. Für seinen zweiten Film „Mein Bruder Leo“ (2002) nahm Honoré sein erstes Jugendbuch „Tout contre Léo“ als Vorlage. Es folgten „Meine Mutter“ (2004, mit Isabelle Huppert und Louis Garrel) und „Dans Paris“ (2006, abermals mit Garrel sowie Romain Duris), die ihm den Ruf einbrachten, einer der aufregendsten Auteurs des jüngeren französischen Kinos zu sein.
Mit dem starbesetzten Musical „Chanson der Liebe“ (u.a. mit Garrel, Ludivine Sagnier und Chiara Mastroianni), eine Hommage an das Kino des früh an Aids verstorbenen Regisseurs Jacques Demys („Die Regenschirme von Cherbourg“, 1964) wurde Honoré das erste Mal in den Wettbewerb von Cannes eingeladen; der Film wurde später für vier Césars nominiert und erhielt den Preis für die Beste Musik. Auf die Literaturverfilmung „Das schöne Mädchen“ (2008), für den Honoré eine César-Nominierung für das Beste adaptierte Drehbuch erhielt, und das Familiendrama „Non, ma fille, tu n’iras pas danser“ (2009) folgte die explizite Körper- und Liebesstudie „Mann im Bad – Tagebuch einer schwulen Liebe“ mit Pornostar François Sagat in der Hauptrolle, die im Wettbewerb von Locarno gezeigt wurde. Mit „Die Liebenden – Von der Last, glücklich zu sein“ – u.a. mit Catherine Deneuve, Garrel und Sagnier – drehte Honoré sein zweites Filmdrama mit Musical-Elementen. Auf seine freie Ovid-Adaption „Métamorphoses“ (2014), die im Wettbewerb von Venedig gezeigt wurde, folgte mit „Les Malheurs de Sophie“ (2016) die Verfilmung eines in Frankreich sehr populären Kinderbuchs. Mit seinem jüngsten Film SORRY ANGEL (2018) kehrte Honoré zehn Jahre nach „Chanson der Liebe“ in den Wettbewerb von Cannes zurück.
Auf der Bühne hat Honoré drei seiner eigenen Stücke inszeniert: „Les Débutantes“ (1998), „Beautiful Guys“ (2004) und „Dionysos Impuissant“ (2005). Zudem inszenierte er Victor Hugos „Angelo, Tyran de Padoue“ für das Festival von Avignon im Jahr 2009. Honorés Stücke „La Faculté“ und „Un jeune se tue” wurden im Jahr 2012 von anderen Regisseuren auf die Bühne gebracht. Seitdem hat Honoré sein Stück „Nouveau Roman“, das sich mit den Schlüsselfiguren der gleichnamigen Literaturbewegung beschäftigt, und „Fin de l‘Histoire“ über das Werk des polnischen Schriftstellers Witold Gombrowicz inszeniert. Derzeit arbeitet er an „Les Idoles“, einem neuen Bühnenstück, das im Januar 2019 am Théâtre de l’Odéon uraufgeführt werden soll. Honoré hat zudem eine Reihe von Opern inszeniert: Poulencs „Dialogues des carmélites“ (2013), Debussys „Pelléas et Mélisande“ (2015) und Verdis „Don Carlos“ (2018) in Lyon und Mozarts „Cosi Fan Tutte“ (2016) beim Festival Aix-en-Provence.

Filmografie als Regisseur:

  • 2001

    „Nous deux“ (KF)

  • 2001

    „Dix sept fois Cécile Cassard“

  • 2002

    „Mein Bruder Leo“ („Tout contre Léo“)

  • 2004

    „Meine Mutter“ („Ma mère“)

  • 2006

    „Dans Paris“

  • 2007

    „Chanson der Liebe“ („Les Chansons d’amour“)

  • 2008

    „Das schöne Mädchen“ („La Belle Personne“)

  • 2009

    „Non, ma fille, tu n’iras pas danser“

  • 2010

    „Mann im Bad – Tagebuch einer schwulen Liebe“ („Homme au bain“)

  • 2011

    „Die Liebenden – Von der Last, glücklich zu sein“ („Les Bien-aimés“)

  • 2014

    „Métamorphoses“

  • 2016

    „Les Malheurs de Sophie“

  • 2018

    „Sorry Angel“ („Plaire, aimer et courir vite“)


Pierre Deladonchamps (Jacques), geboren 1978 in Nancy, sammelte mit 17 Jahren erste Schauspielerfahrungen in einem Amateurtheater. Er studierte in Nancy Anglistik und Kommunikation und nahm Schauspielunterricht bei Sandrine Gironde am MJC Haut-du-Lièvre und ab 2001 in Paris an der Schauspielschule Cours Florent. Ab 2003 trat er als Nebendarsteller in Kurzfilmen und Fernsehserien auf. Da weitere Rollenangebote aber zunächst ausblieben, kehrte er 2009 nach Nancy zurück.
Seinen Durchbruch feierte Deladonchamps mit der Hauptrolle in Alain Guiraudies „Der Fremde am See”, der 2013 in Cannes uraufgeführt wurde und für den er den César als Bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Es folgten weitere Rollen in Filmen von Philippe Claudel („Une enfance“) und André Téchiné „(Nos années folles“). Für seine Rolle in Philippe Liorets „Die kanadische Reise“ wurde er 2017 für einen zweiten César nominiert, diesmal in der Kategorie Bester Darsteller.

Filmografie als Darsteller (Auswahl)

  • 2003

    „Idole“ (KF) (R: Benoît Masocco)

  • 2008

    „Skate Or Die“ (R: Miguel Courtois)

  • 2013

    „Der Fremde am See“ („L’Inconnu du lac“; R: Alain Guiraudie) · César als Bester Nachwuchsdarsteller; „Bannou kanteishi Q: Mona Riza no hitomi“ (R: Shinsuke Sato)

  • 2014

    „À vif“ (KF) (R: Guillaume Foresti); „House Of Time“ (R: Jonathan Helpert); „Une enfance“ (R: Philippe Claudel)

  • 2015

    „Éternité“ (R: Tran Anh Hung)

  • 2016

    „Nos patriotes“ (R: Gabriel Le Bomin); „Nos années folles“ (R; André Téchiné); „Die kanadische Reise“ („Le Fils de Jean“, R: Philippe Lioret) · Nominierung für den César als Bester Darsteller

  • 2017

    „Sorry Angel“ („Plaire, aimer et courir vite“; R: Christophe Honoré); „Le vente tourne“ (R: Bettina Oberli); „Les chatouilles“ (R: Andréa Bescond & Eric Metayer); „Photo de famille“ (R: Cécilia Rouaud)


Vincent Lacoste (Arthur), geboren 1993 in Paris, spielte seine erste Hauptrolle im Alter von 16 Jahren in Riad Sattoufs Filmkomödie „Jungs bleiben Jungs“ (2009) – und erhielt dafür direkt eine Nominierung für den César in der Kategorie Bester Nachwuchsdarsteller. Gemeinsam mit seinem Co-Darsteller Anthony Sonigo wurde er für den Film mit dem Prix Lumières ausgezeichnet. Es folgten Rollen in Julie Delpys „Familientreffen mit Hindernissen“ (2011) und „Lolo – Drei ist einer zu viel“ (2015) sowie in „Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät“ (2012).
Für seine Rolle in Thomas Liltis „Hippocrate“ (2014) erhielt er eine weitere César-Nominierung, diesmal in der Kategorie Bester Darsteller. Lacoste spielte zudem in „Eden“ (2014) von Mia Hansen-Løve und „Victoria“ (2016) von Justine Triet, für den er seine dritte César-Nominierung erhielt, diesmal in der Kategorie Bester Nebendarsteller. 2016 wurde er mit dem Patrick-Dewaere-Preis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Nachwuchspreis der französischen Filmindustrie.

Filmografie als Darsteller (Auswahl)

  • 2009

    „Jungs bleiben Jungs“ („Les beaux gosses“)

  • 2011

    „Familientreffen mit Hindernissen“ („Le skylab“)

  • 2012

    „Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät“ („Astérix et Obélix: Au service de sa majesté“); „Camille – Verliebt nochmal!“ („Camille redouble“)

  • 2014

    „Jacky im Königreich der Frauen“ („Jacky au royaume des filles“)

  • 2015

    „Journal d’une femme de chambre“; „Lolo – Drei ist einer zu viel“ („Lolo“)

  • 2016

    „Saint Amour – Drei gute Jahrgänge“; „Victoria“

  • 2018

    „Sorry Angel“ („Plaire, aimer et courir vite“; R: Christophe Honoré)