Im Salzgeber Club

Hustler White

ein Film von Bruce LaBruce & Rick Castro

Deutschland/Kanada 1996, 79 Minuten, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK keine Jugendfreigabe

mit Tony Ward, Bruce LaBruce, Kevin P. Scott u.a.

Hustler White

Der liebeskranke Autor Jürgen Anger reist nach Los Angeles, um dort die berüchtigte Sexworker-Szene zu erforschen. Als er dem bildhübschen Stricher Monti Ward begegnet, ist es um jede professionelle Distanz geschehen. Anger ist derart besessen von dem Objekt seiner Begierde, dass er Monti durch die ganze Stadt verfolgt, vorbei an Szenarien eruptiver Gewalt und sexueller Lusterfüllung. Über allem schwebt die Frage: Haben die beiden in der rauen Realität käuflicher Liebe als Paar eine Chance?

Inspiriert von „Sunset Boulevard“, „Tod in Venedig“ und den Sexfilmen Andy Warhols erzählt „Hustler White“ selbstreflexiv und verspielt von lustvoller Besessenheit und der großen Liebe an den äußersten Rändern der US-Traumfabrik. Mit festem Blick auf Authentizität haben Bruce LaBruce und Rick Castro ihre romantisch-explizite Stricher-Komödie an Originalschauplätzen auf dem Santa Monica Boulevard gedreht. Neben LaBruce und Model Tony Ward sind zahlreiche queere Underground-Stars wie Ron Athey und Vaginal Davis in Nebenrollen zu sehen. Ein Klassiker des schwulen Stricherkinos – der zu seinem 25. Geburtstag in digital restaurierter Fassung zurückkehrt!

Trailer

Galerie

Biografie

Bruce LaBruce (Regie & Buch), geboren 1964 im kanadischen Southampton, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des nordamerikanischen Queercore-Movements und des internationalen Queer Cinema.

Nach der Filmschule in Toronto studiert er Filmtheorie an der New York University. Noch während des Studiums gibt LaBruce mehrere queere Punk-Magazine heraus – darunter auch das berüchtigte, mit G.B. Jones gegründete Fan-Zine J.D.s (1985-1991) – und dreht erste Super8-Filme. LaBruces kühner, auf groben 8mm-Material gedrehter Debütfilm „No Skin Off My Ass“ (1991) gilt als eines der Hauptwerke des New Queer Cinema, der großen Erneuerungsbewegung des schwul-lesbischen Kinos in Nordamerika und Großbritannien. Schon hier ist seine Handschrift als Filmemacher klar erkennbar: eine transgressive Mischung aus Stilelementen des Independent-Kinos und einer dezidiert schwulen Pornoästhetik.

Es folgen der stark autobiographisch gefärbte Film „Super 8 1/2“ (1994), das in L.A. angesiedelte Stricherdrama „Hustler White“ (1996) und der Skinhead-Film „Skin Flick“ (1998). Anfang der 2000er kommt LaBruce nach Berlin und findet kreative Zweitheimat. Hier entstehen die Satire „The Raspberry Reich“ (2004) und das Zombie-Melodram „Otto; or, Up with Dead People“ (2007). Für seinen generationsübergreifenden Liebesfilm „Geron“ erhält LaBruce 2013 den Großen Preis der Jury beim Festival du Nouveau Cinema in Montreal. Sein Experimentalfilm „Pierrot Lunaire“ wird 2014 mit dem Special Jury Prize beim Teddy Award der Berlinale ausgezeichnet. LaBruce ist zudem Autor von drei Theaterstücken, die er selbst am Berliner Theater HAU – Hebbel am Ufer auf die Bühne gebracht hat. Er inszenierte zudem am Theater Neumarkt in Zürich und nahm am vom HAU initiierten Theaterprojekt „X-Wohnungen“ in Johannesburg teil.

LaBruce ist Autor der Autobiografie „The Reluctant Pornographer“ und hat zwei weitere Bücher über seine Arbeit veröffentlicht: „Ride, Queer, Ride“ und „Bruce(x)ploitation“. Zudem schreibt und fotografiert er für eine Vielzahl internationaler Magazine, Zeitungen und Blogs, u.a. für Index Magazine, Vice und The Guardian. Als Bildender Künstler wird er von der Berliner Galerie Peres Projects vertreten. LaBruce vielgestaltiges Werk wurde mit zwei Retrospektiven gewürdigt: 2014 in der Bell Lightbox im Rahmen des TIFF und 2015 im Museum of Modern Art in New York.

Filmografie (als Regisseur):

  • 1987

    „I Know What It’s Like to Be Dead“ (KF); „Boy, Girl“ (KF)

  • 1988

    „Home Movies“ (KF)

  • 1990

    „The Post Queer Tour“ (KF); „A Case for the Closet“ (KF); „Slam!“ (KF)

  • 1991

    „No Skin Off My Ass“

  • 1994

    „Super 8 1/2“

  • 1996

    „Hustler White“

  • 1998

    „Skin Flick“

  • 2000

    „Come As You Are“ (KF)

  • 2004

    „The Raspberry Reich“

  • 2007

    „Give Piece of Ass a Chance“ (KF)

  • 2007

    „Otto; or, Up with Dead People“

  • 2010

    „L.A. Zombie“; „The Bad Breast; or, The Case of Theda Lange“ (KF); „Weekend in Alphaville“ (KF)

  • 2013

    „Geron“ (OT: „Gerontophilia“)

  • 2014

    „Pierrot Lunaire“

  • 2017

    „Die Misandristinnen“; (OT: „The Misandrists“); „Ulrike’s Brain“

  • 2018

    „It is Not the Pornographer That is Perverse…“

  • 2020

    „Saint-Narcisse“


Credits

Cast

Monti Ward

Tony Ward

Jürgen Anger

Bruce LaBruce

Eigil Vesti

Kevin P. Scott

Crew

Buch & Regie

Bruce LaBruce, Rick Castro

Kamera

James Carman

Schnitt

Rider Siphrok

Kameraassistenz & Licht

Wash Westmoreland

Produktionsdesign

Rick Castro, Bruce LaBruce

Sound Design

Rider Siphron, Bruce LaBruce, Rick Castro

Produzenten

Jürgen Brüning, Bruce LaBruce

eine Jürgen Brüning / Bruce LaBruce Produktion
im Verleih von Salzgeber