
realisiert von Kristian Petersen
Deutschland 2007, 70 Minuten, mehrsprache Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Mit Kurzfilmen von Stephen Gallagher, Félix Endara, Todd Verow, Barbara Hammer, André Salas, Abigail Child, Samara Halperin, Jack Waters, Amy von Harrington, Dan Borden, Hedia Maron, Keith Levy
Manchmal braucht es den Blick von außen, um das eigene Geschlecht besser zu verstehen. Im zweiten Teil der „Fucking Different“-Reihe erforschen queere Filmemacher:innen die sexuellen Fantasien der lesbisch-schwulen Szene New Yorks. In zwölf Kurzfilmen finden sie Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen: Träumen Männer und Frauen unterschiedlich? Sind sie sich der erotischen Kraft bewusst, die beim Binden der Krawatte oder einer Maniküre entsteht? Und was geschah im Sommer 1959 wirklich zwischen Marilyn Monroe und Joan Crawford?
Nachdem Produzent Kristian Petersen im Vorgängerfilm bereits die sexuellen Fantasien der lesbisch-schwulen Szene der deutschen Hauptstadt erforschte, geht es für den Nachfolgefilm in die eine Stadt, die der sexpositiven Szene Berlins das Wasser reichen kann: „Fucking Different New York“ steht für ungebremste filmische Experimentierfreude mit queeren Identitäten und amerikanischer Popkultur. Eine verdammt andersartige Alternative zum gleichförmigen Hollywood-Kino!
WENDY’S FIRST MANI & PEDI
ein Film von Stephen Gallagher
Im Nagelstudio können sich Wendy und May ungeachtet der Blicke der Anwesenden berühren und lustvoll Blicke austauschen.
BRO CRUSH
ein Film von Félix Endara
Erotik existiert überall, auch im gegenseitigen Binden der Krawatte.
SHHHH… THEY’RE GETTING CLOSER
ein Film von Todd Verow
Die Zufallsbekanntschaft zweier Frauen ist erfüllt von Bedrohung und Begehren.
VILLA SERBOLLONI
ein Film von Barbara Hammer
Voyeuristische Beobachtung eines schwulen Paars in einer Ruine.
VAMPIRAS
ein Film von André Salas
Der Traum von einer verführerischen Vampirin zeigt einer Frau den Ausweg aus ihrer heteronormativen Langweile.
THE PARTY
ein Film von Abigail Child
Bei einer Weihnachtsparty erzählen Schwarze Männer, wie sie mit dem komplexen Verhältnis zwischen Begehren, Sexarbeit und Männlichkeit umgehen, dass ihre Umwelt auf sie projiziert.
HARD HAT REQUIRED
ein Film von Samara Halperin
Eine Gruppe Industriearbeiter legt die Arbeit nieder und genießt den Feierabend.
OCCUPY MY ASS NOT IRAQ
ein Film von Jack Waters
Ein ironischer Blick auf die Einberufung zur Armee.
DOIN‘ THE GRIZZLY BEAR
ein Film von Amy von Harrington
Eine stumme Slapstick-Komödie über Sex zwischen einer Drag Queen und einem Pianisten.
MMAGNITUDE
ein Film von Dan Borden
Was geschah wirklich zwischen Marilyn Monroe und Joan Crawford im Sommer 1959?
DANCE DANCE DANCE
ein Film von Hedia Maron
Zerstückelte Aufnahmen einer tanzenden Person.
MR. & MRS. POREBSKI
ein Film von Keith Levy
Zwei Agent:innen gehen zur Paartherapie.
FÉLIX ENDARA ist ein aus Ecuador stammender Filmemacher und Kurator. Als Produzent arbeitete er an mehreren preisgekrönten Filmen, sowie „Wildness“ (2012) von Wu Tsang, in dem eine schwule Bar in Los Angeles zu einem Zufluchtsort von Latinx trans Personen wird. 2021 hatte der von ihm produzierte Dokumentarfilm „North by Current“ von Angelo Madsen Minax seine Uraufführung bei der Berlinale und wurde vom Rolling Stone als einer der Besten Filme des Jahres ausgezeichnet.
TODD VEROW wurde 1966 in Bangor, Maine geboren. Er schuf mehrere experimentelle Kurzfilme und arbeitete als DoP unter anderem für Gregg Araki und Jon Moritsugu, bevor er mit der Dennis-Cooper-Adaption „Frisk“ 1996 seinen ersten eigenen Spielfilm realisierte. Mit seiner eigenen Produktionsfirma Bangor Films produzierte er seitdem 35 preisgekrönte Spielfilme und unzählige Kurzfilme, wodurch sein Werk zu den größten eines Auteurs des New Queer Cinema gehört.
BARBARA HAMMER war eine lesbische, feministische Videokünstlerin und Regisseurin, deren über 80 Werke weltweit ansehen fanden. Sie gilt als Pionierin des queeren Kinos weit über die USA hinaus. Ihre oft experimentellen Arbeiten, die größtenteils auf Super-8 und 16mm Filmmaterial gefilmt wurden, beschäftigen sich mit lesbischem Begehren und feministischer Praxis, sowie zivilem Ungehorsam.
ANDRÉ SALAS wurde 1969 in Brooklyn geboren. Er war Regisseur mehrerer Kurzfilme und hat Drehbücher geschrieben. Der Film „Latin Boys Go to Hell (1997) basiert auf einem von ihm unveröffentlichten Roman, den er gemeinsam mit Ela Troyano adaptierte.
ABIGAL CHILD, 1948 in Newark geboren, ist eine US-amerikanische Filmemacherin und Dichterin, die bekannt ist für ihren experimentellen Stil. Ihre Arbeiten verhandeln soziologische und politische Themen.
SAMARA HALPERIN, aus New York, arbeitet seit 1989 als Videokünstler:in und Filmschaffende:r, deren Filme oft über Stop-Motion-Animation erzählt werden.
JACK WATERS arbeitet als Mixed-Media-Künstler und Kurator für Museen. Seine Arbeiten basieren auf einem kollaborativen Ansatz, der sozialen Wandel in den Vordergrund stellt. Er wird weltweit in Museen und auf Festival ausgestellt.
AMY VON HARRINGTON ist eine visuelle Künstlerin, die in den Bereichen Performance, Collage und Videokunst tätig ist. Sie praktiziert außerdem als energetische Heilerin.
DAN BORDEN arbeitete 20 Jahre lang als Architekt, bevor er nach Berlin kam, um Filme zu machen. Ab 2009 schrieb er bei The Berliner die Kolumne „Save Berlin“ und bietet Stadtführungen, unter anderem über David Bowies Zeit in Berlin an.
HEDIA MARON ist eine in Brooklyn lebende Filmemacherin und Schnittmeisterin, deren Arbeiten unter anderem in Sundance, auf der Berlinale und bei SXSW gezeigt wurdenj. 2023 veröffentlichte sie ihren ersten Langfilm „Before Us“, indem sie das Erbe der 1960er-Gegenkultur durch ihre persönliche Familiengeschichte verfolgt.
KEITH LEVY, besser bekannt als seine Bühnenpersönlichkeit Sherry Vine, ist Schauspieler, Drag Queen, und Musiker. Er wuchs auf in Columbia, Maryland und studierte an der dortigen Universität sowie an der USC. 1990 zog er nach New York und begann als Sherry Vine aufzutreten und wurde schnell zu einem Aushängeschild der dortigen Szene. Als Schauspieler tritt er sowohl in Filmen, Serien und im Theater auf.
KRISTIAN PETERSEN ist Filmemacher, Produzent, Hochschuldozent und Filmkurator. Seit 2009 ist er als Moderator bei der Berlinale (Panorama) tätig. Er ist Programmgestalter für mehrere internationale Filmfestivals (Pornfilm Festival Berlin) und seit 2015 für verschiedene Musikfestivals. (Sziget, Melt!, Lollapalooza, Berlin Festival). In seinen Konzepten hinterfragt er Geschlechterbinarität. Seine Kurzfilmsammlungen „Fucking Different“ wurden auf vielen Filmfestivals weltweit gezeigt. Er wurde zu mehreren Podiumsdiskussionen eingeladen und war als Jurymitglied bei verschiedenen Filmfestivals tätig.